08:59 18 Januar 2017
Radio
    Politik

    "Nowyje Iswestija": Russlands Bürger verlieren Vertrauen zur Macht

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 0 0 0
    MOSKAU, 6. Juli (RIA Nowosti). Nach den Ergebnissen einer Umfrage des analytischen Juri-Lewada-Zentrums war im Juni eine Abnahme des Vertrauensniveaus der Bevölkerung zum russischen Präsidenten und im ganzen zu seiner Mannschaft zu beobachten, obwohl Putins Rating nach wie vor ziemlich hoch ist (69 Prozent der Respondenten billigen seine Tätigkeit). Das teilt heute die Zeitung "Nowyje Iswestija" mit.

    Wie Forschungen zeigen, unterstützen viele Wähler den heutigen Präsidenten nur deshalb, weil sie keine andere, würdigere Kandidatur sehen. Nach Angaben der Umfrage sympathisieren 45 Prozent der Befragten überhaupt mit keiner politischen Kraft. Wie Lewada erläuterte, ist das in der Periode zwischen den Präsidentschaftswahlen stets der Fall. "Wenn erst die Zeit der Abstimmung kommt, so werden zwei Drittel der Wähler an der Abstimmung teilnehmen und ein Drittel nicht. Zurzeit aber haben wir einfach eine unpolitische Zeit."

    Vor dem Hintergrund des Misstrauens der Bevölkerung gegen politische Parteien, der zügellosen Korruption und der unpopulären Reformen sowie des Unbefriedigtseins nahm wesentlich die Zahl jener zu, die die nationalistische Losung "Russland den Russen" unterstützen. Heute sammelten ihre Anhänger 58 Prozent der Stimmen. "Hauptsächlich sind es Jugendliche, die für diese Losung gestimmt haben", kommentiert Lewada die Umfrage. "Deshalb ist das sehr ernsthaft und sogar gefährlich. Das sind junge Leute, die es gelernt haben, Geld zu verdienen, von der Umgebung unabhängig, aber politisch ignorant sind. Niemand hat ihnen das beigebracht. Deshalb ziehen sie ihre Schlüsse. Sie meinen zum Beispiel, dass alle Nöte von den Zugereisten herrühren. An der politischen Ignoranz der Jugend ist in erster Linie der Staat schuld. Notwendig ist eine deutliche Regierungspolitik zu dieser Frage. Vielleicht ist es wichtig, sogar einige Personen zu verurteilen, die die Ideen des zwischennationalen Haders verbreiten."

    In der Atmosphäre eines gewissen Unverständnisses zwischen politischen Parteien und deren Wählerschaft sowie der Popularisierung der nationalistischen Ideen kamen Menschen wiederum auf "besondere Demokratie" zu sprechen, die die Spezifik der Mentalität der russischen Bürger berücksichtigen müsse. Die Idee der "russischen Demokratie" hatte schon große Popularität Ende der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts, und heute sehen 45 Prozent der Befragten darin wiederum eine Notwendigkeit.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren