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    "Wedomosti": Die geteilte "Heimat"

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    MOSKAU, 6. Juli (RIA Nowosti). Ab heute gibt es in der Staatsduma zwei "Rodina" (zu Deutsch: Heimat). Die historische Bezeichnung des Wahlblocks beanspruchen gleichzeitig die Fraktion unter der Leitung Dmitri Rogosins und eine neue Fraktion mit Sergej Baburin an der Spitze, der 13 Abgeordnete angehören. Baburin ist der Spitzenvertreter der Partei "Narodnaja wolja" ("Volkswille"). Darüber schreibt heute die allgemeine politische Zeitung "Wedomosti".

    Die Gründung einer zweiten gleichnamigen Fraktion führt Rogosin auf Umtriebe des Kreml und der Partei "Einheitliches Russland" zurück.

    Die "Rodina"-Spaltung war Folge eines Konflikts in diesem Block, der von drei Parteien der nationalpatriotischen Orientierung gegründet wurde. Vor einer Woche wurde Baburin aus der Parlamentsfraktion des Blocks ausgeschlossen.

    Alexej Kara-Mursa, Professor der Politologie an der Moskauer Staatlichen Universität, bewertet das Auftauchen einer neuen "Rodina"-Fraktion in der Duma als spontane Reaktion des Kremls auf die zunehmende Popularität Rogosins in Regionen.

    Oleg Matwejtschew von der Bakster Group, sprach nach einer Meinungsumfrage im Moskauer Umland über das wachsende Rating von "Rodina" nach den Wahlen im Jahr 2003. In einzelnen Rayons des Gebiets Moskau erreiche die Popularität der Partei Rogosins bis zu 15 Prozent, bemerkt der Experte. Und das Auftauchen einer parallelen Struktur werde das Rating Rogosins sinken lassen, denn den Wählern werde der Skandal im Lager der Opposition nicht gefallen.

    "Das ist ein Versuch einiger Leute in der Administration des Präsidenten, "Rodina" zu spalten, damit sie bei den Wahlen 2007 die 7-Prozent-Hürde nicht überwindet", sagt Igor Bunin, Direktor des Zentrums für politische Technologien. "Wegen der zunehmenden Popularität Rogosins ist sonst für ‚Einheitliches Russland' bei den nächsten Wahlen die 50-prozentige Mehrheit gefährdet."

    Vor einer Woche betonte Wladislaw Surkow, stellvertretender Leiter der Administration des Präsidenten, in seinem Interview mit der deutschen Zeitschrift "Der Spiegel" im Hinblick auf "Rodina" und die Kommunisten, er wolle sich nicht vorstellen, was mit dem Land passieren würde, wenn sie an die Macht kämen.

    Wie die Zeitung betont, beschloss Rogosin, sich mit Glasjew zu versöhnen, um die verbliebenen Gefährten nicht zu verlieren. Nunmehr wird die Fraktion drei Kovorsitzenden haben: Rogosin, Glasjew und General Valentin Warennikow. "Leiten werden wir nach dem Alphabet. Auf der Herbsttagung wird Glasjew den Vorsitz führen", schlug Rogosin seinen Kollegen vor.

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