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    "Gazeta": Die Inflation steigt weiter

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    MOSKAU, 6. Juli (RIA Nowosti). Gestern gab der Minister für wirtschaftliche Entwicklung und Handel, German Gref, die Inflationsrate für Juni bekannt. Sie sank aber nicht, wie es die Beamten für den Sommer vorausgesagt hatten, sondern wuchs sogar weiterhin an, und zwar um 0,6 Prozent. Die Verbraucherpreise stiegen folglich im ersten Halbjahr um fast 8 Prozent gegenüber 6,1 Prozent im analogen Zeitraum des Vorjahres. Das berichtet die Zeitung Gaseta.

    Das weitere Wachstum der Inflation, nun auch im Sommer, macht die Jahresprognose der Regierung hinfällig. Als der stellvertretende Vorsitzende der russischen Zentralbank, Alexej Uljukajew, mit Sicherheit vorgesagt hatte, dass eine Inflationsrate von 8 Prozent für die Periode von Januar bis September und über das Jahr hinweg von 10 Prozent insgesamt zu erwarten sei, ging er davon aus, dass in den Sommermonaten ein Preisrückgang wahrscheinlich sei. Er hatte in diesem Zusammenhang auf einen möglichen Preisverfall bei Obst und Gemüse verwiesen.

    Analytiker verhalten sich zu den "Gemüse-Prognosen" recht skeptisch. "Wenn die Dinge abstrakt angegangen werden, dann gehen während der Erntezeit im August die Preise für Obst und Gemüse immer zurück. Auf eine Deflation während des gesamten Sommers zu setzen, ist jedoch naiv", erklärte der Ökonom der Investmentgesellschaft Troika Dialog, Anton Strutschenewskij. "In diesem Jahr ist eine negative Inflationsrate sogar im August irreal".

    Der Ökonom bezieht sich auf die Daten des Vorjahres, als die Inflationsrate sehr hoch war: "Das Wirtschaftswachstum geht katastrophal zurück".

    Den Hauptanteil an der Inflation entfällt gegenwärtig auf Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln und auf die Tarife der kommunalen Wohnungswirtschaft. Der Grund besteht darin, dass die Regierung den Regionen empfahl, bis zum Jahresende die Aufwendungen für die kommunale Wohnungswirtschaft vollends umzulegen. Momentan beträgt die Kennziffer lediglich 59 Prozent, weshalb die Tarife weiter steigen. Außerdem hoben nur ein Teil der Regionen die Tarife in der Periode Januar - Februar an, so dass vielerorts die Anhebung im März erfolgte, und der Verzögerungseffekt für die Verbraucherpreise erst in der Sommersaison wirksam wird. Darum wird die Inflation auch in den nächsten Monaten nicht an Schwung verlieren.

    Das Finanzministerium, die Zentralbank und das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Handel gaben schon Prognosen ab, denen zufolge die Jahresinflation bei 11,5 Prozent liegen soll, also 0,2 Prozent unter der des Vorjahres. Das ist eine mehr als optimistische Prognose: Experten sagen voraus, dass die Inflation zum Jahresende bei 15 Prozent liegen wird.

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