20:21 26 September 2017
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    Wissenschaftler: Russland konnte der Welt in letzten Jahren nichts Neues vorzeigen

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    MOSKAU, 7. Juli (RIA Nowosti). Russland, das sich stets durch sein geistiges Potential auszeichnete, konnte der Welt in den letzten 15 Jahren nichts Neues vorzeigen. Diese Meinung äußerte Akademiemitglied Abdusalam Gussejnow, stellvertretender Direktor des Philosophie-Instituts der Wissenschaftsakademie, in einem in der Zeitschrift "Politischeski Klass" veröffentlichten Beitrag.

    Alle ernsthaften historischen Veränderungen in Russland waren von intellektuell-geistigen Durchbrüchen begleitet, so der Wissenschaftler. Jetzt aber, wo sich die Lebensordnung in Russland und die Lage des Landes in der Welt grundlegend verändert haben, hat das kein Echo in den oberen Etagen des Bewusstseins ausgelöst.

    300 Jahre lang war Russland bemüht, einen Platz in der Geschichte einzunehmen, das seinen Dimensionen und Ambitionen entsprechen würde. Besonders erfolgreich waren die sowjetischen Jahre, als das flächenmäßig größte Land auf den 3. Platz bei der Einwohnerzahl und auf den 2. bei der wirtschaftlichen Stärke emporstieg und führende Positionen in der Wirtschaft einnahm. Der Westen war bemüht, die Dimensionen und die Ansprüche Russlands zu beschneiden.

    Die Kulmination dieses Dramas war der Kalte Krieg, in dem Russland der gesamte konsolidierte Westen entgegenstand. Dieser Krieg hätte systematischer geführt und besser durchkalkuliert werden müssen, als Russland dazu fähig war. Russland hat den Krieg verloren. Alles, was in Russland in den letzten 15 Jahren vor sich geht, ist eine Widerspiegelung dieser Niederlage. Daraus resultiert der intellektuelle und geistige Verfall in Armee und Gesellschaft.

    In den zurückliegenden 15 Jahren dominierte die Überzeugung, dass die Wirtschaft nicht nur die Grundlage der Gesellschaft, sondern auch deren Ziel sei.

    Ein Sinn des Staates, der Forschung, der Literatur, der Medien usw. wurde nur darin gesehen, wie die Marktaktivität gewährleistet werden kann. In der Gesellschaft gibt es aber vieles, wo die Marktmechanismen verderblich wirken. Dazu gehören die intellektuelle Tätigkeit und die persönlichen Beziehungen.

    Kann die sowjetische Gesellschaft mit Vorbehalten als totalitär gelten, weil sie bestrebt war, alles der Idee des Kommunismus unterzuordnen, so ist die jetzige russische Gesellschaft ohne Vorbehalte totalitär, weil sie alles auf das Geld reduziert, stellt der Wissenschaftler fest.

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