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    "Wremja Nowostej": Drittel der Russen zur Teilnahme an Massenprotesten bereit

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    MOSKAU, 11. Juli (RIA Nowosti). In diesem Jahr war die jetzige Macht in Russland erstmals mit einer klaren und massiven Bekundung von Unzufriedenheit konfrontiert. Nach Angaben von Wladimir Petuchow, Leiter der analytischen Abteilung des Allrussischen Zentrums für Meinungsforschung (WZIOM), bekundet rund ein Drittel der russischen Bürger und Bürgerinnen die Bereitschaft, an Massenaktionen teilzunehmen, berichtet die Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Montag.

    Die Bürger wollen dabei die Proteste nicht "politisieren": Keiner politischen Kraft gelang es, sich an die Spitze der Proteststimmungen zu stellen, während die politischen Parteien von den Russen weitgehend ignoriert werden. Das Vertrauen diesen gegenüber ist heute niedrig wie nie zuvor, stellten die Soziologen nach der Auswertung von Umfragen fest, die in der 1. Jahreshälfte 2005 gemacht wurden. Für die Bürger ist es nicht ganz klar, womit sich die Parteien überhaupt beschäftigen. Selbst der Staatsanwaltschaft, den Gerichten und den bewaffneten Strukturen vertrauen die Einwohner Russlands mehr als den politischen Organisationen.

    Laut WZIOM beläuft sich der Vorsprung der Partei "Einheitliches Russland" vor der KP mehr als 20 Prozent. Die Ratings der demokratischen Parteien "Jabloko" und Union der Rechtskräfte sind in den zurückliegenden 1,5 Jahren, wo die beiden außerhalb des Parlaments arbeiten mussten, auf die Hälfte gesunken.

    Nach Ansicht von Experten besteht das Problem der Oppositionskräfte im Ausbleiben neuer Figuren und Ideen, während die Nachfrage nach der Opposition in der Gesellschaft sehr wohl präsent ist. "Die Zahl jener, die bereit sind, an den Wahlen teilzunehmen, zugleich aber nicht wissen, für wen sie stimmen sollen, nimmt zu", teilte WZIOM-Generaldirektor Valeri Fjodorow mit.

    Die Bewertung der Arbeit der Regierung Michail Fradkows fiel laut Umfragen noch niedriger aus als die Durchschnittswerte des Kabinetts Michail Kasjanows. Die wirtschaftliche Haltlosigkeit und die inneren Widersprüche, deren Ergebnisse öffentlich demonstriert werden, schaden dem Ansehen des Fradkow-Kabinetts. Russlands Bürger halten den Regierungschef persönlich für unfähig, eine einheitliche Regierungsstrategie zu formulieren.

    Nach Ansicht der Soziologen zeigen Politiker und Journalisten vorerst viel mehr Interesse für das Thema der Präsidentenwahlen 2008 als das russische Volk. Die Wahlergebnisse werden in erster Linie von der sozialen Lage der Russen und Russinnen abhängen.

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