06:24 23 Oktober 2017
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    Ausländische Diplomaten und Journalisten sprechen mit Häftlingen des Andischaner Gefängnisses

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    ANDISCHAN (Usbekistan), 11. Juli (RIA Nowosti). Ausländische Diplomaten, die die Ermittlungen zu den Mai-Unruhen im usbekischen Andischan beobachten, und Journalisten haben sich am Montag mit Häftlingen des Andischaner Gefängnisses getroffen.

    Den Diplomaten und Journalisten wurde erlaubt, mit jenen Häftlingen zu sprechen, die bei den Unruhen vom 12. und 13. Mai befreit worden waren und dann freiwillig ins Gefängnis zurückkamen.

    "Bewaffnete zwangen uns mit Maschinenpistolen, auf die Straße zu gehen. Ich schätze, es waren insgesamt rund 40 Personen, die das Gefängnis besetzten", erzählte Saunap Saipow, verurteilt zu 20 Jahren wegen Mordes.

    Der andere Häftling Askham Adschibajew sagte, er sei Meister des Sports und weiß, was gut trainierte Menschen sind. "Alle Leute, die das Gefängnis erstürmten, sahen durchtrainiert aus".

    "Die Terroristen nutzten die Häftlinge als lebendes Schild, als sie sich dem Gebäude der Gebietsverwaltung näherten, um es zu besetzen", erzählte Igor Meschkow, der ebenfalls wegen Mordes eine Haftstrafe verbüßt. "Wir waren etwa 150 bis 200 Mann", fügte er hinzu.

    Die Angreifer hätten untereinander auf Usbekisch, Kirgisisch und Russisch gesprochen, so die Häftlinge.

    Auf die Frage der Journalisten, warum er freiwillig ins Gefängnis zurückkehrte, antwortete einer der Häftlinge, jedes Jahr werde eine Amnestie ausgesprochen, wodurch sich seine Haftdauer bereits um vier Jahre und vier Monate verringerte. "Nach der Entlassung aus dem Gefängnis will ich arbeiten und weiterleben".

    Nach Angaben usbekischer Behörden war in der Nacht zum 13. Mai 2005 und am darauf folgenden Tag im Raum Andischan eine Reihe von Terroranschlägen und Banditen-Überfällen verübt worden, die Opfer forderten. 176 Personen wurden laut amtlichen Angaben getötet, 295 verletzt. Bei 79 Toten und 62 Verletzten handle es sich um Terroristen, verlautet aus dem usbekischen Außenamt.

    Hinter den Anschlägen stecken laut Ermittlungsbehörden internationale Terroristenorganisationen: die so genannten Islamische Bewegung Turkestans (ehemalige "Islamische Bewegung Usbekistans"), Hizb-ut-Tahrir und eine ihrer Gruppierungen, Akramijlar.