12:21 21 Oktober 2017
SNA Radio
    Politik

    Politologe: Kirgisisches Volk wählte zwischen dem weltlichen und dem islamischen Regierungsstil

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 1 0 0

    MOSKAU, 11. Juli (RIA Nowosti). Das Volk Kirgisiens hat Kurmanbek Bakijew den Vorrang gegeben und somit die Wahl zwischen der weltlichen und der islamischen Regierungsweise getroffen. Diese Auffassung vertrat der russische Politologe und Zentralasien-Experte Arkadi Dubnow auf einer Pressekonferenz in der RIA Nowosti.

    Kurmanbek Bakijew hat mehr als 88,5 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigt. Auf Platz zwei kam der Menschenrechtsbeauftragte der Republik, Tursunbai Bakir uulu, mit 3,9 Prozent.

    "Diese Ziffer gibt Stoff zum Nachdenken. Hier könnte nach Herzenslust gespottet werden. Das ist ein Ergebnis der freien Abstimmung", sagte der Politologe.

    Nach seiner Meinung sind hierbei zwei Faktoren zu berücksichtigen.

    Für Tursunbai Bakir uulu, der während seiner Wahlkampagne den Akzent auf den religiösen Aspekt - den moslemischen - gesetzt hatte, wurde vor allem im Süden des Landes, so in Osch, gestimmt, wo der religiöse Aspekt sehr großen Einfluss hat.

    "Also sprechen die Ergebnisse der Abstimmung dafür, dass das Volk Kirgisiens die Wahl zwischen dem weltlichen und dem islamischen Führungsstil getroffen hat", stellte der Politologe fest.

    Den zweiten wichtigen Faktor sieht Dubnow darin, dass "die Menschen des Chaos und des Machtvakuums müde sind".

    "Die Menschen haben die Möglichkeit gesehen, unter ihre Machtlosigkeit einen Schlussstrich zu ziehen. Es gibt ein Paar Führungspersonen, die sich verständigen konnten und somit einem möglichen Zerfall des Landes in Norden und Süden vorgebeugt haben. Für Kirgisien bedeutet dies eine gewisse Hoffnung auf Stabilität", betonte der Experte.

    Im Großen und Ganzen könnten "die Wahlen als ‚Post-Stress-Syndrom' gekennzeichnet werden". "Die Wahlen waren eine adäquate Reaktion auf den Stress, den das Land nach Umstürzen erlebt hatte", sagte Dubnow.

    Im März dieses Jahres war es in Kirgisien zu Unruhen gekommen, die die Verbannung des Präsidenten der Republik, Askar Akajew, und einen Machtwechsel zur Folge hatten. Im Zusammenhang mit diesen Ereignissen wurden vorfristig Präsidentenwahlen ausgeschrieben, die am vergangenen Sonntag stattfanden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren