00:03 19 Oktober 2017
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    Unruhen in Andischan: Behörden korrigieren die Opferzahl nach oben

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    ANDISCHAN, 11. Juli (RIA Nowosti). Mehr als zwei Monate nach den Unruhen im usbekischen Andischan hat die usbekische Staatsanwaltschaft neue Angaben zu der Opferzahl veröffentlicht. Insgesamt seien 187 Personen ums Leben gekommen, von denen 94 Terroristen, 20 Ordnungskräfte, elf Armeeangehörige und 57 Zivilisten seien, teilte der Staatsanwalt des Gebiets Andischan, Bachadyr Dechkanow, auf einer Pressekonferenz mit.

    Davor wurde offiziell von 176 Toten und 295 Verletzten gesprochen. Bei 79 Toten und 62 Verletzten handelte es sich laut Angaben des usbekischen Außenamtes um Terroristen.

    Die Identität von fünf Toten konnte bisher nicht festgestellt werden.

    14 Leichen wurden laut den Ermittlungsbehörden heimlich von Familienangehörigen beerdigt, teilte Dechkanow mit.

    Der gesamte Schaden, der durch die Unruhen verursacht wurde, wird auf umgerechnet 3,02 Millionen US-Dollar geschätzt, sagte der Staatsanwalt.

    Insgesamt 18 Terroristengruppen mit einer Gesamtstärke von 200 Mann hätten ihm zufolge im Mai in Andischan operiert. Sie nahmen insgesamt 70 Geiseln. 14 Geiseln wurden getötet.

    Im Rahmen der Ermittlungen nach den Unruhen gerieten 105 Tatverdächtige ins Visier der Behörden, informierte Dechkanow. 50 von ihnen wurden festgenommen.

    In der Nacht zum 13. Mai 2005 und am darauf folgenden Tage war im Raum Andischan eine Reihe von Terroranschlägen und Banditen-Überfällen verübt worden, die Menschenopfer forderten. Opposition und Menschenrechtler sprachen von 700 Todesopfern.

    Hinter den Anschlägen stecken laut den Ermittlungsbehörden internationale Terroristenorganisationen: die so genannten Islamische Bewegung Turkestans (ehemalige "Islamische Bewegung Usbekistans"), Hizb-ut-Tahrir und Akramijlar, eine ihrer Abzweigungen.