05:28 23 Januar 2017
Radio
    Politik

    Julia Timoschenko: Ukraine wird eigenmächtig kein russisches Erdgas entnehmen

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 4 0 0

    KIEW, 11. Juli (RIA Nowosti). Die Nationale Aktiengesellschaft "Naftogas Ukrainy" entnimmt kein Erdgas, das nicht im Vertrag mit Russland vorgesehen ist, und wird das auch künftig nicht tun. Das betont die Agentur "Nowosti - Ukraina" unter Berufung auf die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko.

    Julia Timoschenko kommentierte die vom Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, bekundete Bereitschaft, mit der Ukraine in der Gasbranche zusammenzuarbeiten, wenn Kiew, wie Putin beim "G-8"-Gipfel vom 6. bis 8. Juli in Gleneagles äußerte, "kein Gas klauen wird".

    "Was die bestimmten Äußerungen des russischen Präsidenten betrifft, so kann ich mit Sicherheit sagen: Die nationale Aktiengesellshaft ‚Naftogas' entnimmt kein zusätzliches Gas, das nicht im Vertrag vorgesehen ist, und wird dies auch künftig nicht tun", sagte die Regierungschefin am Montag auf einer Pressekonferenz.

    "Die Erfassung wird so genau geführt und die Ukraine verhält sich so korrekt, dass die nationale Aktiengesellschaft ‚Naftogas' und die Ukraine solche Einschätzungen, die öffentlich ausgesprochen wurden, nicht verdienen", fügte Julia Timoschenko hinzu.

    Sie versprach ferner, dass die Ukraine in Zukunft "keinen einzigen Tropfen fremden Gases" entnehmen werde.

    "Ich möchte sehr, dass die Ukraine als Staat nicht erniedrigt und dass nichts gesagt wird, das dem wirklichen Bild nicht entspricht", fügte die Ministerpräsidentin hinzu.

    Vor mehreren Jahren hatte "die nicht genehmigte Entnahme" von russischem Erdgas, das nach Regierungsverträgen nach Europa transportiert werden sollte, dazu geführt, dass die Idee des Baus einer Gasfernleitung unter Umgehung der Ukraine diskutiert wurde.

    Der ehemalige Präsident der Ukraine, Leonid Kutschma, gab im Jahre 2000 offiziell zu, dass die Ukraine russisches Gas, das über ukrainisches Territorium transportiert wurde, entwendet habe, und verbot dies. Kutschma beauftragte den damaligen Premier Viktor Juschtschenko sowie leitende Mitarbeiter der Erdöl- und Erdgasbranche, darunter auch Julia Timoschenko, die als stellvertretende Regierungschefin für Fragen des Brennstoff- und Energiekomplexes in der Regierung Juschtschenko zuständig war, darauf zu achten.

    Im Juni dieses Jahres informierte "Gasprom" über den Verlust von fast acht Milliarden Kubikmeter russischen Gases, das in unterirdischen Gaslagern auf ukrainischem Territorium deponiert war. In der Herbst- und Wintersaison 2004/2005 wurde von der Ukraine keiner der 40 Aufträge von Gasprom auf die Entnahme von diesem Gas zur Exportlieferung erfüllt. Nach Eingeständnis von "Naftogas Ukrainy" befand sich das Gas in unterirdischen Speichern, und "Gasprom" entschloss sich einseitig, diese Gasmenge als Zahlung für den Transittransport von russischem Gas über ukrainisches Territorium aufzurechnen.