20:11 24 Januar 2017
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    "Profil": Russlands liberalster Fernsehkanal wird zum Unterhaltungssender

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    MOSKAU, 12. Juli (RIA Nowosti). Der Konzern RTL Group, der zur deutschen Mediengruppe Bertelsmann AG gehört und vor kurzem einen 30prozentigen Anteil am russischen Fernsehsender REN TV bei dessen Gründern abgekauft hat, wird seine Sendepolitik ändern. Diese Meinung äußerte Alexander Kostjuk, einer der Direktoren des Unternehmens TNS Gallup Media, in der jüngsten Ausgabe des Magazins "Profil".

    Der landesweit ausstrahlende Fernsehsender, der als Letzter in seinen Informationsprogrammen Kritik am Kreml zuließ, wird nun vorwiegend ein Unterhaltungssender, hieß es.

    Die restlichen 70 Prozent des Fernsehsenders verkaufte das Strommonopol RAO EES Rossii an die große Metallurgieholding Sewerstal-Grupp, die vom Unternehmer Alexej Mordaschow kontrolliert wird.

    REN TV ist ein verlockendes Übernahmeobjekt. Das ist ein nationales Fernsehnetz, das 95 Millionen Zuschauer erfasst, stellt Kostjuk fest. Der Sender lässt sich in 800 Städten empfangen und liegt einschaltquotenmäßig stabil auf Platz sechs in Russland.

    Nach Ansicht von Alexej Makarkin, Leiter der analytischen Abteilung des Zentrums für politische Technologien, könnte Sewerstal-Grupp durchaus als ein Vermittler agieren, der die Kontrolle über den Fernsehsender im Interesse einer der Gruppierungen in der Präsidentenadministration herstellen würde.

    Alexej Muchin, Generaldirektor des Zentrums für politische Information, verweist darauf, dass Mordaschow zu den Kreml-loyalen Oligarchen gehört.

    RTL Group könnte nach Ansicht von Politologen den Kauf von REN TV öffentlich "legitim" erscheinen lassen.

    "Dieses Schema ist imagemäßig ideal", so Makarkin. "Hier gibt es einen kontrollierenden Aktieninhaber, der der Macht nahe steht, sowie einen respektablen und, was wichtig ist, völlig apolitischen ausländischen Partner, der als Minderheitsaktionär agiert."

    Zugleich wird gerade RTL Group bei der Verwaltung des Kanals die erste Geige spielen. Das bedeutet, dass die Programmpolitik von REN TV revidiert wird. Zwar gaben beide Teilnehmer des Geschäfts bekannt, sie möchten die Positionen des Senders als eines der führenden Nachrichten- und Unterhaltungskanäle beibehalten, Experten nahmen aber an, dass Unterhaltung bei der Konzipierung der Programmpolitik dominieren wird.

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