08:52 20 Januar 2017
Radio
    Politik

    UNO-Experten: Die Ereignisse im usbekischen Andischan "trugen den Charakter eines Massenmordes"

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 6 0 0

    GENF, 12. Juli (RIA Nowosti). Die Ereignisse im usbekischen Andischan seien als "Massenmord" zu qualifizieren. Zu diesem Schluss kamen Experten der Verwaltung des UN-Hochkommissars für Menschenrechte, die am 13. - 21. Juni dieses Jahres in Kirgisien weilten, auf dessen Territorium Augenzeugen der Mai-Ereignisse in Andischan Zuflucht gefunden haben. Im Schlussbericht der Mission, der am Dienstag in Genf veröffentlicht wurde, heißt es u. a.: "Vertrauenswürdige Aussagen von Augenzeugen lassen mit Sicherheit annehmen, dass die usbekischen Militärs und Sicherheitskräfte ernste Verstöße gegen die Menschenrechte, hauptsächlich gegen das Recht auf Leben, begangen haben."

    In der Nacht zum 13. Mai überfielen Terroristen die Gebäude der Innenbehörde, des Gefängnisses und von zwei Truppenteilen, das Gebäude des Nationalen Sicherheitsrates und das der Gebietsverwaltung in Andischan (Usbekistan) und nahmen Geiseln (insgesamt 70 Personen).

    Zur Unterdrückung der Unruhen setzten die Behörden von Usbekistan Truppen ein.

    Laut den jüngsten amtlichen Angaben kamen als Folge der Ereignisse in Andischan 187 Menschen, davon 57 friedliche Einwohner, ums Leben.

    Die UNO-Experten riefen die usbekische Regierung erneut dazu auf, eine unabhängige internationale Untersuchung der Ereignisse in Andischan durchführen zu lassen.

    Außerdem bestehen die Experten auf der Notwendigkeit, sofort die Deportation von Augenzeugen der Ereignisse in Andischan aus Kirgisien nach Usbekistan einzustellen. Ihrer Meinung nach müssten alle Usbeken, die den Status von Flüchtlingen erhalten haben, unverzüglich in Drittländer umgesiedelt werden.

    Die Experten schlagen vor, im Rahmen der UNO-Kommission für Menschenrechte einen speziellen Mechanismus zu schaffen, um die Situation mit den Menschenrechten in Usbekistan unter Kontrolle zu halten.

    Nach den Massenunruhen in Andischan forderte Louise Arbour, UN-Hochkommissarin für Menschenrechte, dazu auf, eine internationale Untersuchung dieser Ereignisse durchzuführen, erhielt jedoch von der usbekischen Regierung keine positive Antwort. Deshalb entsandte die Verwaltung der UNO-Menschenrechtskommission eine Mission ins benachbarte Kirgisien.

    Nach dem Studium des Expertenberichtes richtete Arbour am 23. Juni ein Schreiben an Präsident Islam Karimow und wiederholte ihre Aufforderung, eine unabhängige internationale Untersuchung durchführen zu lassen. Bis jetzt hat sie von der Regierung Usbekistans keine Antwort erhalten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren