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    Wolga durch gesunkene Schiffe schon fast unpassierbar

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    MOSKAU, 12. Juli (RIA Nowosti). Der Wasserlauf der Wolga, eines der wichtigsten Flüsse Russlands, ist von Twer bis Astrachan durch 2 400 gesunkener und aufgegebener Schiffe verschmutzt. Dabei handelt es sich um Öltanker wie auch um Passagier- und Frachtschiffe, teilte der Präsident des Verbandes der Unterwasserdienste Russlands, Alexander Rodionow, in einem Interview für RIA Nowosti mit.

    Am kritischsten ist ihm zufolge die Lage in Astrachan, wo etwa 800 solcher Wracks die Umwelt belasten.

    Sie stellen für die Ökologie der Wolga und ihrer Nebenflüsse eine ernstzunehmende Gefahr dar, denn sie enthalten noch Treibstoff. Die Akkumulatoren sind noch immer mit Säure gefüllt, die durch die Strömung in das Wasser gerät. Negativ wirkt sich die Korrosion aus. Außerdem befindet sich an Bord einiger gesunkener Schiffe noch immer ein Teil der Ladung, teilweise Schädlingsbekämpfungsmittel, die mit der Zeit ausgewaschen werden und ins Wasser geraten.

    Die meisten dieser Schiffe strandeten in den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Ihre Eigentümer aufzuspüren ist unterdessen sehr schwer. Die Schiffseigner, die noch gefunden werden konnten, bezahlen die Bergung, "wenn auch nicht leichten Herzens", sagte der Verbandspräsident.

    Eine nicht geringere Gefahr stellen laut Rodionow die illegalen Schiffsbergungen dar.

    "Angesichts dessen, dass die Preise für Metall sehr hoch sind, sehen es viele als sehr vorteilhaft an, Schiffe zu entern, Metallstücke aus der Oberfläche herauszutrennen und als Schrott zu verkaufen", sagte er.

    "Im Ergebnis verbleiben offene Schiffsrümpfe, die noch schwerer entsorgt werden können, aus denen jedoch die Schad- und Giftstoffe noch leichter entweichen".

    Er teilte mit, dass die Union der Wassernutzer Russlands, der auch sein Verband angehört, alle Schiffsbergungsunternehmen zu einem komplexen Vorgehen verpflichten will. Sie sollen die Schiffe nach vorheriger Analyse des Zustands und der Bestimmung der Arbeitsmethoden vollständig bergen und gemäß der Auflagen der Umweltbehörden entsorgen.

    Des Weiteren teilte er mit, dass der Unterwasserdienst gemeinsam mit dem Verband "Große Wolga", der durch 12 Regionen entlang des Flussverlaufs gegründet wurde, eine Konzeption zur Reinigung des Wasserbettes von aufgegebenen und gesunkenen Schiffen vorgelegt hat.

    Doch ohne Mittel aus öffentlicher Hand sind die Bemühungen erfolglos. Bisher stellen nur die Regionen Gelder zur Verfügung, doch das ist nicht ausreichend. Das Problem besteht darin, dass gegenwärtig die "Wassersteuer" vollständig in den föderalen Staatshaushalt abgeführt wird. Diese Finanzen verwaltet nun die Föderale Agentur für Wasserressourcen. Früher gingen diese Mittel zu 60 Prozent in die Regionen.

    "Wir fordern eine Beteiligung der Föderation an der Finanzierung der Arbeiten in der Höhe, wie sie von den Regionen getragen wird", sagte Rodionow.

    Ihm zufolge kann die Wolga innerhalb von 3 bis 5 Jahren von den aufgegebenen und gesunkenen Schiffen gereinigt werden, sobald die erforderlichen Mittel bereitstehen.

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