05:34 19 Januar 2017
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    Verzicht der Ukraine auf Beteiligung am GWR behindert Integration von Russland, Kasachstan und Weißrussland nicht

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    MOSKAU, 12. Juli (RIA Nowosti). Die mögliche Weigerung der Ukraine, sich am Aufbau des Gemeinsamen Wirtschaftsraums (GWR) zu beteiligen, wird Russland, Kasachstan und Weißrussland nicht daran hindern, die Integrationsprozesse fortzusetzen. Diese Auffassung vertrat der nationale Koordinator Russlands in der Gruppe hoher Ebene für die Bildung des GWR, Dmitri Suchoparow, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in der RIA Nowosti.

    "Der GWR wird auch ohne ukrainische Beteiligung vollwertig sein. Wir (Russland, Weißrussland und Kasachstan) können auch zu dritt vollwertig arbeiten", sagte Suchoparow.

    Er betonte zugleich: "Es darf nicht vergessen werden, dass die Ukraine nahezu 50 Millionen Einwohner zählt, und je größer ein Markt nach seinem Territorium, nach der Bevölkerungszahl, dem Bruttoinlandsprodukt und nach dem Kapitalumfang ist, um so effektiver ist die Organisation, die wir aufbauen. Deshalb sind wir an der Ukraine interessiert." Der Experte erinnerte daran, dass 95 Prozent des Gesamten Bruttoinlandsproduktes der GUS auf Weißrussland, Russland, die Ukraine und Kasachstan entfallen.

    Wie Suchoparow weiter sagte, würde die Ukraine mit dem Verzicht auf die Beteiligung an der Schaffung des GWR manche Vorteile einbüßen.

    "Denn, wenn ein Land im Ausarbeitungsstadium von Abkommen mitwirkt, kann es noch etwas korrigieren, etwas Eigenes einbringen. Wenn die Dokumente angenommen sind, werden drei Länder sie ratifizieren und die Arbeit aufnehmen. Ein neuer Teilnehmer würde einem fertigen Abkommen beitreten müssen", sagte Suchoparow.

    Der Experte informierte ferner, dass die Arbeit zur Erörterung und zur Abstimmung der Dokumente über den GWR von Experten der vier Staaten (einschließlich der Ukraine) in einem der Ferienhotels im Gebiet Moskau ununterbrochen geführt wird. "Bis zum 1. August soll das Paket aus 93 Dokumenten zur Bildung des Gemeinsamen Wirtschaftsraumes abgestimmt werden", sagte der nationale Koordinator.

    "Von den 93 Dokumenten haben wir bis jetzt 68 behandelt. 50 davon sind von den vier Seiten abgestimmt worden. Hinsichtlich der restlichen Dokumente bestehen Differenzen", fügte der Experte hinzu. "Nach dem 1. August wird die Gruppe hoher Ebene unter Beteiligung von Vertretern der Staaten zu einer Sitzung zusammentreten, in der dieses Paket von Dokumenten unterzeichnet werden kann. Das weitere Schicksal des GWR und die Beteiligung der Ukraine daran wird bei einem Gipfeltreffen dieser Staaten entschieden, dessen Termin noch nicht festgelegt ist", sagte Suchoparow.