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    Islamischer Führer: Islam soll Wohlstand und nicht Probleme schaffen

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    JAKARTA, 13. Juli (RIA Nowosti). Der Islam ist berufen, Wohlstand für alle und nicht Probleme für alle zu schaffen. Diese Meinung äußerte Hashyim Muzadi, Führer der größten moslemischen Organisation Indonesiens, Nahdatul Ulama (NU), am Mittwoch in einem RIA-Nowosti-Exklusivgespräch.

    Wie er weiter ausführte, zählt die Organisation bereits 50 bis 60 Millionen Mitglieder und ist damit die größte Gesellschaftsorganisation der Welt.

    Auf die Ziele eingehend, die sich die vor rund 80 Jahren gegründete Organisation für das 21. Jahrhundert gestellt hat, betonte Muzadi, sie sehe die wichtigste Aufgabe im Kampf um den Frieden in Indonesien und in der ganzen Welt. "Der Islam muss ein Bollwerk des Friedens sein und kein Konfliktpotential schaffen", erklärte er.

    "Wir sind keine politische Partei, Probleme der Macht interessieren uns nicht", sagte Muzadi. "Unser Motto: die Religion für die Gesellschaft und nicht die Gesellschaft für die Religion. Wir haben eine religiöse Tagesordnung, streben aber keinen islamischen Staat an, weil es in Indonesien viele Religionen gibt."

    Der wahre Islam ist nur das, "was unseren Menschen - sowohl den Moslems als auch den anderen - Nutzen bringen kann", betonte Muzadi.

    Die radikalen Islam-Versionen, die sich in letzter Zeit in einigen Ländern des Nahen Ostens verbreitet haben, sind für Indonesien, wo Moslems, Protestanten, Katholiken, Buddhisten und Hindus nebeneinander leben, völlig unannehmbar, meinte er.

    Diejenigen, die Sprenganschläge auf den Straßen verüben, Geiseln nehmen und sich dabei als Moslem bezeichnen, dürfen den Islam nicht repräsentieren. "Die meisten Moslems lehnen sie ab. Selbst in Pakistan wird Al Kaida abgelehnt. Die Moslems der Türkei und des Nahen Osten sind ebenfalls Feinde von Al Kaida geworden", betonte Muzadi.

    "Es ist aber auch zu überlegen, warum sie Terroristen geworden sind. Um den Terror zu bekämpfen, muss man die Ungerechtigkeiten beseitigen, die gegenüber Irak, Palästina usw. begangen wurden", stellte er abschließend fest. "Die Überfälle auf Länder, die man als Feinde betrachtet, wie dies in Irak der Fall war, vergrößert nur die Zahl der Terroristen. Diese verbreiten sich dann über die ganze Welt und säen dort Tod."

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