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    "Nesawissimaja Gaseta": Wer steht hinter dem Machtwechsel in Kirgisien?

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    MOSKAU, 13. Juli (RIA Nowosti). Die Entwicklung in Kirgisien lässt annehmen, dass hinter der Veränderung der Situation in dieser zentralasiatischen Republik wahrscheinlich keinesfalls die USA, sondern Russland oder die VR China standen, schreibt die Tageszeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch.

    Jedenfalls ist in der Zeit von Präsident Askar Akajew ein amerikanischer Stützpunkt auf dem Territorium Kirgisiens aufgetaucht, dessen Präsenz mit der antiterroristischen Operation in Afghanistan verbunden ist.

    Die Lage in Afghanistan hat sich vorerst nicht normalisiert. Dennoch unterstützte der neue kirgisische Präsident Kurmanbek Bakijew eindeutig die Empfehlungen des jüngsten Gipfels der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (Russland, China, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Usbekistan) in Astana, auf dem man den USA vorgeschlagen hatte, einen Termin für den Abzug ihrer Militärobjekte von den Territorien Kirgisiens und Usbekistans möglichst schnell festzulegen. Dabei gab Bakijew deutlich zu verstehen, dass der russische Luftstützpunkt im kirgisischen Kant weiterhin an seiner Stelle bleiben wird.

    Nach Auffassung von Sergej Markedonow, Leiter der Abteilung internationale Beziehungen des Instituts für politische und militärische Analyse, haben die jüngsten Ereignisse in Zentralasien gezeigt, dass diese Region einen "regionalen Polizisten" braucht.

    Die Rolle dieses Polizisten könnte nach seiner Ansicht Russland spielen. Aber angesichts der fehlenden Ressourcen und Möglichkeiten sowie des mangelnden politischen Willens kann es diese Rolle nicht allein spielen. Russland müsste sich dabei mit den USA zusammentun. Sollte dies nicht geschehen, würde die Zeit einer chinesischen Dominanz in Zentralasien anbrechen.

    "Mit den Amerikanern könnten wir noch Junior-Partner sein, mit China aber nur der kleinere Vassale", so Markedonow.

    Die örtlichen Regimes in Zentralasien sind schwach und werden die Situation ohne Unterstützung von außen nicht beherrschen können. Die Variante eines russisch-amerikanischen Zusammenwirkens wäre dabei aussichtsreicher als eine russisch-chinesische bzw. eine rein chinesische, stellte der Politologe fest.

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