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    Russische Atomphysiker schlagen vor, unter IAEA-Kontrolle einen Sicherheitsvorrat an Kernbrennstoff anzulegen

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    MOSKAU, 13. Juli (RIA Nowosti). Die Föderale Atomenergiebehörde Russlands ("Rosatom") schlage vor, unter IAEA-Kontrolle einen Sicherheitsvorrat an Kernbrennstoff anzulegen, erklärte am Mittwoch der "Rosatom"-Chef Alexander Rumjanzew auf einer Pressekonferenz, deren Thema der Spaltstoffkreislauf war.

    "Es könnte unter IAEA-Kontrolle ein Schema für einen Sicherheits- und Garantievorrat an Spaltstoff ausgearbeitet werden, das im Falle der Einstellung von kommerziellen Lieferungen dennoch die Belieferung der Kernkraftwerke mit Spaltmaterial garantieren würde", sagte Rumjanzew.

    Er betonte: "Es ist wichtig, mit der Schaffung eines Garantie-Mechanismus für die Spaltstofflieferungen zu beginnen."

    Rumjanzew erwähnte, dass heute die Brennstofflieferungen auf kommerzieller Grundlage entsprechend lang- und kurzfristigen Verträgen erfolgen.

    "Der Markt für Kernbrennstoff hat sich seit langem herausgebildet und funktioniert stabil. Wenn auf diesem Markt einseitige Handlungen vorgenommen werden, könnte das zu ernsten kommerziellen Erschütterungen und zur Störung der entstandenen Balance führen", hob Alexander Rumjanzew besonders hervor.

    Wie der "Rosatom"-Chef sagte, gebe es Beispiele, "da mehrere Länder Anlagen des Spaltstoffkreislaufs bauen, ohne eine ausreichende Kernenergetik zu haben".

    "Wir sind davon überzeugt, dass eine Verschärfung der Lieferbedingungen für empfindliche (nukleare) Technologien mit neuen Maßnahmen einhergehen muss, die den Staaten, die freiwillig auf nationale empfindliche Technologien verzichtet haben und alle Verpflichtungen aus dem Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen erfüllen, einen garantierten Zugang zum Spaltstoffkreislauf und den auf dem Weltmarkt bestehenden Technologien gewährleisten würden", unterstrich Rumjanzew.

    Im Februar des laufenden Jahres unterzeichneten Russland und Iran zwei außerordentlich wichtige Dokumente: über die Rückführung der Abschlämmung aus dem KKW in der südiranischen Stadt Bushehr (Golfküste) nach Russland und ein Protokoll über die Fristen der Belieferung des ersten Blocks des Kernkraftwerks, das russische Fachleute seit Mitte der 90er Jahre bauen.

    Der russische Kernbrennstoff wird in Bushehr Ende 2005 - Anfang 2006 ankommen, die Inbetriebnahme des Kraftwerks ist für Ende 2006 geplant. Ungefähr 100 Tonnen Brennstoff sollen mit Sonderfahrten und unter Sonderbedingungen unter IAEA-Kontrolle geliefert werden. In Iran wird die Abschlämmung drei bis vier Jahre lang in einem Sonderbecken in der Nähe der aktiven Zone aufbewahrt werden. "Dazu wird es keinen Zugang geben, weil bei den Wasser-Wasser-Reaktoren überhaupt kein Zugang zur Spaltzone besteht. Nach Maßgabe der Ansammlung für eine Transport- und Verpackungseinheit wird der Brennstoff nach Russland zurückbefördert werden", sagte Rumjanzew in einem seiner jüngsten Interviews. Er erläuterte, warum der Brennstoff nicht sofort nach Russland abtransportiert werden kann: "Das ist schwer, weil der herausgehobene Brennstoff höchst radioaktiv ist und eine sehr hohe Temperatur hat. Binnen drei Jahren sinken die Werte auf einen Bruchteil der ursprünglichen Höhe. Dann lässt sich der Brennstoff transportieren."

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