00:49 23 Oktober 2017
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    Auf den Spuren des Zweiten Weltkrieges: Grenzer von Kamtschatka begeben sich auf die Kurilen

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    PETROPAWLOWSK-KAMTSCHATSKIJ, 13. Juli (RIA Nowosti). Grenzer aus Kamtschatka erforschen im Gebiet der Kurilen-Insel Matua die Stellen, an denen japanische und amerikanische Schiffe gesunken sind.

    Wie die Pressestelle der nordöstlichen Grenzverwaltung des Küstenschutzes bekannt gab, begab sich eine Gruppe von Offizieren der Verwaltung am Mittwoch mit einem Grenzschiff zu der winzigen Insel Matua im Kurilenriff. Das ist die von Historikern und Heimatforschern am wenigsten erkundete Insel des Gebietes.

    Die Expeditionsteilnehmer werden die verlassenen japanischen Objekte "Unterirdische Stadt" und "Residenz" aufsuchen. Bei günstigen Wetterbedingungen sollen Taucher die Wracks untergegangener japanischer Schiffe und des amerikanischen U-Bootes Herring (SS-223) in Augenschein nehmen.

    Die Grenzoffiziere werden außerdem die Grabstätten sowjetischer Kriegsopfer, die als Grenzschützer ihren Dienst getan hatten, aufsuchen.

    Die Expedition ist Bestandteil einer Veranstaltungsreihe zum 60. Jahrestag der Beendigung des Zweiten Weltkrieges und zum Jubiläum der nordöstlichen Grenzverwaltung des Küstenschutzes, welche im Jahr 2005 ebenfalls ihren 60. Jahrestag begeht.

    Die kurilische Landeoperation erfolgte vom 18. August bis 1. September 1945 während des Krieges der UdSSR gegen das militaristische Japan. An der Operation waren Truppen des Verteidigungsbezirks Kamtschatka sowie Schiffe und Schwimmmittel des Marinestützpunktes in Petropawlowsk, unterstützt von der 128. Luftdivision, beteiligt.

    Die Operation begann mit dem Absetzen sowjetischer Landungstruppen auf der nordkurilischen Insel Schumschu. (Nach der Niederlage des zaristischen Russlands im russisch-japanischen Krieg 1904 - 1905 gingen die Kurilen-Inseln wie auch der südliche Teil der Insel Sachalin in die Souveränität Tokios über). Die japanische Garnison von Schumschu, zu einer unzugänglichen Bastion mit einem verzweigten Netz unterirdischer Verteidigungsanlagen ausgebaut, kapitulierte trotz ihrer Überlegenheit an Kräften und Mitteln. Im Zeitraum vom 22. bis 28. August landeten die sowjetischen Truppen auf den übrigen Inseln im nördlichen Teil des Riffes (bis hin zu der Insel Urup). Zum 1. September wurden die Inseln im südlichen Teil des Riffes besetzt.

    Im Gebiet der Insel Matua war das 41. selbstständige Regiment der japanischen Armee stationiert.

    Nach der Niederlage Japans im Zweiten Weltkrieg wurden die Kurilen-Inseln sowie Südsachalin im Jahre 1946 in den Bestand der UdSSR übernommen. Aus dieser Zeit stammt auch das so genannte Territorialproblem. Japan verlangt als Voraussetzung für den Abschluss eines Friedensvertrages mit Russland die Rückgabe von vier Südkurilen-Inseln. Moskau erkannte die Existenz des Territorialproblems an, meint jedoch, dass dessen Lösung Ergebnis von Verhandlungen sein müsse.