05:17 21 Januar 2017
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    Staatskommission zur Untersuchung des Zwischenfalls mit vietnamesischem Verkehrsflugzeug gebildet

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    MOSKAU, 13. Juli (RIA Nowosti). Den Zwischenfall mit einer vietnamesischen Boeing-777 am Dienstag über russischem Territorium wird eine eigens dafür gebildete Staatskommission klären. Das teilte am Mittwoch ein Mitarbeiter der russischen Luftfahrtbehörde mit. Ihm zufolge wird die Untersuchung zehn Tage in Anspruch nehmen.

    Indessen erachtet der Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte Russlands, Wladimir Michailow, den Zwischenfall als "völlig erledigt". "Wir haben schon alles geklärt", sagte der Militär gegenüber der RIA Nowosti.

    Wie das Verteidigungsministerium Russlands bereits früher berichtete, hatte ein Flugzeug vom Typ Boeing-777 der vietnamesischen Fluggesellschaft "Hangkhong VietNam" am Dienstagvormittag den Luftraum Russlands verletzt.

    Die Verkehrsmaschine war von Hanoi nach Moskau geflogen. Wie aus einer Quelle im Verteidigungsministerium jedoch verlautete, "wurde der Flug von der Hauptzentrale für Planung und Regelung der Luftverkehrsströme nicht in den internationalen Plan für den Verkehr von Luftfahrzeugen aufgenommen".

    Die Organe der Luftverteidigung hätten dem Flugzeug auch keine Genehmigung für die Überquerung der Grenze Russlands erteilt, und die Boeing sei für einen Luftverletzer gehalten worden. Jagdflugzeuge und Fla-Raketenverbände seien in Einsatzbereitschaft versetzt worden, hieß es.

    Die Militärs befahlen den zivilen Dispatcherdiensten, das Flugzeug aus dem Luftraum Russlands auszuweisen. Die Anweisung wurde jedoch nicht befolgt. Die Boeing setzte den Flug fort und landete wohlbehalten auf dem Moskauer Flughafen Domodedowo.

    Wie bei der vietnamesischen Fluggesellschaft verlautete, habe ihr Flugzeug den Luftraum Russlands nicht verletzt. Verkehrsflüge aus Vietnam nach Russland würden regelmäßig unternommen und seien längst von den zuständigen Organen der Russischen Föderation genehmigt worden, betonte der Sprecher der Gesellschaft, Nguyen Chang. Ihm zufolge sei der Zwischenfall "der vietnamesischen Seite unverständlich". Die Vietnamesen haben der russischen Seite vorgeschlagen, den Fall zu untersuchen und eine entsprechende Erklärung zu geben.

    Die staatliche Fluggesellschaft "Vietnam Airdlines" unternimmt seit 2002 regelmäßig Non-Stop-Flüge mit Boeings von Vietnam nach Russland. Die Maschinen fliegen zweimal wöchentlich auf der Route Hanoi-Moskau und einmal wöchentlich aus Hochiminh Stadt.

    Im russischen Verteidigungsministerium wurde zugegeben, dass der Zwischenfall mit dem vietnamesischen Flugzeug durch die unkoordinierte Arbeit der zivilen und der militärischen Dispatcherezentralen und durch das Fehlen eines einheitlichen leitenden Organs verursacht wurde.

    Laut Wladimir Michailow wird in Russland ein Föderaler Flugnavigationsdienst gebildet, um solchen Zwischenfällen in Zukunft vorzubeugen. Die Behörde soll der Regierung unterstellt werden und die zivilen und die militärischen Dispatcher vereinen.