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    Ein Pool von 5 - 7 Staaten wird möglicherweise in Russland Nuklearschlamm verarbeiten und wiederverwerten

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    MOSKAU, 13. Juli (RIA Nowosti). Auf internationaler Ebene werde die Frage der Teilnahme von bis zu sieben Ländern an der Verarbeitung und Wiederverwertung von atomarem Schlamm erörtert, erklärte am Mittwoch Alexander Rumjanzew, Chef der Föderalen Atomenergiebehörde Russlands ("Rosatom"), vor Journalisten.

    "Zurzeit wird von fünf oder sieben Ländern die Möglichkeit erörtert, den Atomschlamm zu verarbeiten beziehungsweise wiederzuverwerten", sagte Rumjanzew. Auf der Moskauer Konferenz der IAEA und der "Rosatom" "Mehrseitiges Herangehen an den Spaltstoffkreislauf zwecks Festigung des Nichtweiterverbreitungsregimes" soll besprochen werden, inwiefern die Aussichten real sind, in Russland ein internationales Zentrum der Atomschlammbehandlung unweit von Krasnojarsk auf der Basis des staatlichen Betriebes "Gorno-chimitscheskij kombinat" (GChK) anzulegen.

    Rumjanzew sagte, dass der in den 50 Jahren der weltweiten Kernenergetik angesammelte "Umfang des nuklearen Schlamms so groß ist wie ein vieretagiges Haus mit drei Aufgängen".

    "Meine Prognose auf Jahrhunderte hinaus: Der Schlamm der ganzen Welt wird ohne Verarbeitung auf einem Fußballfeld Platz finden", betonte Rumjanzew. Juri Sokolow, stellvertretender Generaldirektor der IAEA, sprach von Ländern, die die Frage der Schaffung eines internationalen Zentrums für Aufbewahrung und Verarbeitung der Schlämme erörtern, und verwies seinerseits darauf, dass "die genaue Anzahl der Länder vorläufig nicht feststeht". "Wir stehen am Anfang dieses Weges", sagte Sokolow.

    Er erinnerte ferner daran, dass die Entwicklungsländer planen, in den nächsten Jahren ihre eigene Kernenergetik in breiten Ausmaßen zu entwickeln. So habe China, wie er sagte, gegenwärtig 6 Gigawatt Leistung und plane, bis 2030 ihre Energieleistung auf 40 Gigawatt zu steigern.

    "Indien will seine Energieleistung binnen 20 Jahren verzehnfachen", betonte Sokolow.

    ("GChK" ist ein einzigartiges unterirdisches nukleares Unternehmen, ohne Analogien in der weltweiten Praxis. Seine Tätigkeit galt der Gewinnung von waffenfähigem Plutonium. 1994 entfiel der Auftrag des Verteidigungsministeriums, im Unternehmen wurde eine Konversion eingeleitet. Die Unterbringung der Hauptobjekte von GChK war in einem Bergmassiv vorgesehen, das den Jenissej abwärts in 50 Kilometer Entfernung von Krasnojarsk, der größten Stadt Ostsibiriens, lag. Heute weist GChK folgende Haupttätigkeiten auf: Reaktorbau, radiochemische Produktion, unterirdische Endlagerung flüssiger radioaktiver Abfälle, Beförderung und Lagerung der Schlämme von Kernkraftwerken sowie Bau eines "trockenen" Speichers für die Abschlämmung.)

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