09:23 18 Oktober 2017
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    "Wremja Nowostej": Rosatom will Lager für ausländischen Atommüll in Sibirien bauen

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    MOSKAU, 14. Juli (RIA Nowosti). Die russische Atomenergiebehörde gibt die Hoffnung nicht auf, an der Entsorgung ausländischen Atommülls zu verdienen. Wie die Tageszeitung "Wremja Nowostej" am Donnerstag berichtet, wurden ihre Absichten vom Chef der russischen Atomenergiebehörde Rosatom, Alexander Rumjanzew, in einer internationalen Konferenz verkündet, die unter der IAEA-Ägide stattfindet.

    Zum ersten Lager für den internationalen Atommüll soll das Bergbau-Chemiekombinat in der gesperrten sibirischen Stadt Schelesnogorsk (Region Krasnojarsk) gemacht werden. Wie Igor Rybaltschenko, wissenschaftlicher Sekretär des Allrussischen Forschungs- und Industrieinstituts für Energietechnologien, meinte, werde eine Umwandlung des Kombinats ins internationale Atommüllzentrum Investitionen von rund 4,7 Milliarden Dollar erfordern.

    Investitionen sind in jedem Fall notwendig, weil in Russland bereits 16 000 Tonnen Atommüll angestaut sind, stellte Jewgeni Kudrjawzew, Chef der Rosatom-Abteilung Industrie und Nukleartechnologien, fest. Bis 2015 werden Depots für 24 000 Tonnen erforderlich sein. Ausländische Investitionen würden die Möglichkeit bieten, die Depot-Kapazitäten von 40 000 auf 70 000 Tonnen zu vergrößern.

    Vertreter von Greenpeace Russland bezweifeln die Fähigkeit der Atomenergiebetriebe Russlands, einen 100prozentigen Schutz der Spaltstoffe zu gewährleisten. "Die IAEA, die ihre Zustimmung für die Errichtung internationaler Atommülldepots gibt, erteilt zugleich eine Indulgenz für den Bau von Nuklearreaktoren u. a. auch in den Staaten mit instabilen politischen Regimen", stellte Wladimir Tschuprow, Koordinator der Energieprogramme von Greenpeace, fest.

    Greenpeace bezweifelt, dass Energieunternehmen aus den Industrieländern von den Diensten der russischen Atombetriebe Gebrauch machen würden. In den vier Jahren, die nach der Verabschiedung des Gesetzes über die Einfuhr von Atommüll aus dem Ausland verstrichen sind, konnte Rosatom keine größeren Verträge mit westlichen Energiegesellschaften schließen. Der Umfang der notwendigen Investitionen könnte in Wirklichkeit sogar größer sein als die Zahlen, die heute in der Atomenergiebehörde genannt werden. "Es könnte sein, dass Russlands Arbeit mit fremden Nuklearbrennstoffen und fremdem Atommüll ein Non-Profit-Geschäft wird", meinte Tschuprow.

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