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    Sterbliche Überreste des letzten Marineministers des Zaren in die Heimat überführt

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    PARIS, 15. Juli (RIA Nowosti). Eine Schiffsgruppe der russischen Schwarzmeerflotte läuft am Freitag in den Hafen Menton in der französischen Riviera ein.

     Sie werden die Urne mit den sterblichen Überresten von Admiral Iwan Grigorowitsch, dem letzten Marineminister des Russischen Imperiums, an Bord nehmen.

    Nach einer Mitteilung der Pressestelle der russischen Kriegsmarine dauert der Besuch des Raketenkreuzers Moskau und des Küstenschutzschiffes Pylkij bis zum 17. Juli. Hauptereignis wird die feierliche Überführung der Urne mit den sterblichen Überresten des Admirals vom russischen Friedhof an Bord des Kreuzers Moskau sein.

    Aus Menton werden die sterblichen Überreste in den Schwarzmeerhafen Noworosssisk überstellt und weiter per Flugzeug nach Sankt Petersburg gebracht. Dort werden sie, wie es Grogorowitsch in seinem Testament festgelegt hatte, in der Familiengruft auf dem Nikolskij-Friedhof des Alexander-Newskij-Klosters bestattet.

    Iwan Konstantinowitsch Grigorowitsch (1853 - 1930), Absolvent des Petersburger Meereskorps, befehligte während des russisch-japanischen Kriegs den Panzerkreuzer Zesarewitsch und leitete später den Stab der Schwarzmeerflotte. Von 1911 - 1917 war er Marineminister des zaristischen Russlands. Nach der Oktoberrevolution arbeitete er zeitweilig in der Meereshistorikerkommission, welche die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges erforschte. 1923 verließ er mit Genehmigung der Sowjetbehörden die Heimat und emigrierte nach Frankreich. Er verstarb im Alter von 77 Jahren in Menton. Vor seinem Tod legte er in seinem Testament fest, dass er in Sankt Petersburg bestattet werden wolle. In Sowjetzeiten war es jedoch unmöglich, diesem Wunsch zu entsprechen.

    Die russische Kolonie in Menton entstand bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als Angehörige des russischen Adels die Kurorte der französischen Riviera zu schätzen begannen. Im Hafen von Villefranche wurde sogar ein Militärstützpunkt der russischen Kriegsmarine geschaffen. 1880 entstand in Menton eine Heilanstalt für Tuberkulose, die den Namen Russisches Haus erhielt. Später wurden hier besonders Militärs behandelt, die im russisch-japanischen Krieg gekämpft hatten. Etwa zur gleichen Zeit wurde in Menton eine russisch-orthodoxe Kirche errichtet, die Fürst Gagarin ausgestaltete. Hier entstand auch der russische Friedhof.

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