02:41 20 Januar 2017
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    "Argumenty i Fakty": Russlands Mitgefühl mit Londonern ist mit Bitterkeit vermischt

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    MOSKAU, 15. Juli (RIA Nowosti). Russland, das selbst bei Terrorakten mehrere hundert unschuldige Menschen verloren hat, empfindet ein tiefes Mitgefühl mit den Londonern. Dieses Gefühl ist aber auch mit Bitterkeit vermischt, die Präsident Wladimir Putin meinte, als er in seiner nach den Explosionen in der Londoner Metro abgegebenen Erklärung von doppelten Standards des Westens gegenüber den Terroristen sprach. Das stellt Wjatscheslaw Kostikow, der ehemalige Pressesekretär des Ex-Präsidenten Boris Jelzins, in der populären Wochenzeitung "Argumenty i Fakty" fest.

    Unmittelbar nach dem Angriff auf London wurde eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats einberufen. Die G8-Länder gaben eine gemeinsame Erklärung ab, mit der sie die Sprengstoffanschläge verurteilten. Nichts Derartiges wurde getan, als die Terroristen russische Kinder töteten und russische Geiseln nahmen. Russland wurde mit seiner Tragödie allein gelassen.

    Es ist nicht bekannt, ob die britischen Politiker eine Lehre aus der nun eigenen Tragödie ziehen oder - wie auch früher - ein Meistbegünstigungsregime für die Komplizen der Banditen schaffen werden. Denn gerade in England befinden sich Hauptquartiere und Informationszentren radikaler islamistischer Organisationen. Gerade London hat radikal islamistischen Politikern wie Achmed Sakajew, Emissär der tschetschenischen Extremisten, Asyl gewährt. Offenbar glaubte die britische Regierung bis zum letzten Augenblick, die Terroristen würden sich an das Prinzip festhalten: Auf der eigenen Straße wird nicht geraubt und nicht getötet.

    Der Terrorakt in London hat gezeigt, dass es keine Festung namens England gibt. Für den Terror gibt es keine einzelnen Ausrichtungen - eine amerikanische, eine russische oder eine französische. Es gibt nur eine Ausrichtung - die europäische, die christliche Zivilisation.

    Sollte der Westen auch weiter "Sprechen wir doch mal darüber" murmeln, insgeheim aber auf Russland hindeuten, wird auf der Landkarte schon bald nicht nur ein "Londonistan" entstehen, in dem sich die islamischen Emissäre wie zuhause fühlen werden, sondern auch ein neues Kontinent namens Europostan, so Kostikow.