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    "Gaseta": Russlands Regierung beschloss ein Weltraumprogramm "ohne Ambitionen"

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    MOSKAU, 15. Juli (RIA Nowosti). Russland hat vor, in den nächsten zehn Jahren 305 Milliarden Rubel (ein US-Dollar = 28,66 Rubel) für die Realisierung seines Weltraumprogramms ausgeben. Dieses Programm wurde am Donnerstag von der Regierung beschlossen. Im Bereich der kommerziellen Nutzung des Weltraums droht Russland indessen ein Zurückbleiben: Ausländische Konkurrenten verdrängen russische Raketen vom Weltmarkt, berichtet die Tageszeitung "Gaseta" am Freitag.

    Für das nächste Jahr sind 23 Milliarden Rubel aus dem Staatsetat für die Weltraumbranche bereitgestellt. In den darauf folgenden Jahren soll die Finanzierung ungefähr um sechs Prozent im Jahr erhöht werden. "Dies ist das minimal notwendige Niveau, um die Verluste der letzten Jahre wiedergutzumachen", stellte Anatoli Perminow, Chef der Föderalen Weltraumbehörde Roskosmos, in seinem Bericht in der Regierungssitzung fest.

    Heute zählt die russische Weltraumgruppierung 96 Apparate, von denen ein beträchtlicher Teil ihre Ressourcen ausgeschöpft hat. Zum Vergleich: Die USA haben 400. In der ersten Etappe des Programms bis zum Jahre 2008 sollen 18 Sputniks in die Erdumlaufbahn gebracht werden.

    Außerdem soll ein weiteres russisches Modul für die Internationale Weltraumstation ISS gestartet werden. Für die weitere Zukunft wird der Start der russischen bemannten Raumfähre Clipper in Aussicht genommen. Geplant sind Starts von Sonden zum Mond und zum Mars-Mond Phobos.

    Heute ist Russland Spitzenreiter bei den geschäftlichen Weltraumaufträgen: Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 23 kommerzielle Starts von den russischen Kosmodromen vorgenommen gegenüber 16 in den USA. Für die nächsten zehn Jahre wird der Umfang dieses Marktes auf 35 bis 40 Milliarden Dollar geschätzt, Russland wird aber seine Positionen auf diesem Markt verlieren. "Wir planen eine Verringerung der Zahl der kommerziellen Starts", so Perminow.

    Die allgemeinen Markttendenzen sind für die Russische Föderation nicht günstig: Die Anzahl der Starts geht zurück, während die Zahl der Konkurrenten wächst, stellt Igor Afanasjew, Experte auf dem Gebiet der Weltraumforschung, fest. "Das Problem besteht darin, dass der Markt heute keinen Bedarf an neuen Raketen hat, es gibt sogar ein Überangebot davon. Der Konzern Boeing, der Satelliten baut, ist bemüht, diese mit ihren Trägerraketen des Typs Delta zu starten. Das gleiche tut auch Lockheed Martin mit Atlas-Raketen. Einen Teil der russischen Starts könnte die vor kurzem entstandene starke Variante der Ariane-Rakete an sich ziehen. Außerdem wird ein Teil der Starts, die mit Hilfe der Proton-Raketen vorgenommen wurden, von jetzt an in Kourou in Französisch-Guayana erfolgen."

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