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    Großbritanniens Botschafter Brenton: Sakajew wird nur aufgrund eindeutiger Beweise an Russland ausgeliefert

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    MOSKAU, 15. Juli (RIA Nowosti). Die britische Seite wird Achmed Sakajew erst dann ausliefern, wenn Russlands Generalstaatsanwaltschaft gewichtige Beweise für seine Beteiligung am Terrorismus vorlegen wird. Das erklärte der britische Botschafter in Russland, Tony Brenton, am Freitag in einer Pressekonferenz in Russland. Dabei stellte er fest, dass Sakajew, dem der Status eines politischen Asylanten gewährt wurde, vom britischen Recht genauso geschützt ist wie jeder andere Mensch in Großbritannien.

    Die mehrfachen Appelle der russischen Generalstaatsanwaltschaft, einen der besonders verrufenen tschetschenischen Separatisten auszuliefern, der in die Überfälle auf die Föderationsstreitkräfte in Tschetschenien und in Morde an Zivilisten verwickelt war, sind von London ignoriert worden.

    Zugleich möchte Großbritannien mit Russland einen effektiveren Informationsaustausch über Terroristen und Terrororganisationen führen, sagte der Diplomat. Dabei werde eingesehen, dass diese Arbeit vorwiegend unspektakulär verlaufen würde.

    Nach den Terrorakten am 7. Juli in London wurde die britische Botschaft "von Blumen, Zuschriften, Anrufen und Unterstützungsbekundungen überschüttet", so Brenton.

    "Ich war davon beeindruckt, dass wir von den Opfern des Terrorakts im Theaterzentrum Dubrowka im Südosten Moskaus unterstützt wurden", sagte der Botschafter. Beim Geiseldrama vom 23. bis 26. Oktober 2002 in Mokau waren 129 Personen ums Leben gekommen.

    Am Donnerstag sei der britische Botschafter nach eigenen Worten von Russlands Außenminister Sergej Lawrow angerufen worden. "All das zeugt davon, dass sich Großbritannien und Russland bei ihren Bemühungen zusammengeschlossen haben, dem Terrorismus Abfuhr zu erteilen", hieß es.

    "Die Terrorakte in London und in Beslan waren nicht bloß Überfälle auf eines der Länder, dies waren Überfälle auf die gesamte zivilisierte Welt, und wir wollen zusammenwirken, um diese furchtbare Bedrohung zu beseitigen, die über der ganzen Welt schwebt", betonte der Botschafter.