04:59 24 September 2017
SNA Radio
    Politik

    Russlands Außenminister setzt sich für in Nigeria verhaftete russische Seeleute ein

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 4 0 0

    MOSKAU, 15. Juli (RIA Nowosti). Der Außenminister Russlands, Sergej Lawrow, hat in einem Brief an seinen nigerianischen Amtskollegen diesen gebeten, dringende Maßnahmen zu treffen, um den Prozess gegen die russischen Seeleute zu beschleunigen.

    Das teilte der russische Minister am Freitag zu den Ergebnissen von Verhandlungen mit seinem Amtskollegen aus Kenia mit.

    "Ich habe am heutigen Tag ein weiteres Schreiben an meinen nigerianischen Amtskollegen gerichtet, in dem ich an unser recht sachliches Gespräch im vergangenen Monat erinnere und bitte, unverzüglich Maßnahmen zur Regelung dieser Situation zu ergreifen", sagte Lawrow.

    "Das wird schon unerträglich", betonte der Minister.

    Der russische Chefdiplomat sagte, er sei von der letzten Verschiebung der Gerichtsverhandlung über die russischen Seeleute "tief enttäuscht".

    Lawrow sagte in diesem Zusammenhang, sein nigerianischer Amtskollege habe während seines Aufenthaltes in Moskau versprochen, die nigerianische Führung werde alles nur Mögliche unternehmen, um diesen Prozess nicht länger zu verzögern. "Ich verstehe das Prinzip der Trennung der Gewalten, aber die endlose Verschiebung des Gerichtsverfahrens gegen die russischen Seeleute, die im Grunde genommen nicht an den Handlungen ihres Kapitäns schuld sind, der sich außerhalb Nigerias aufhält, wird einfach unmenschlich", so Lawrow.

    "Unsere Seeleute können nicht die Verantwortung für die Handlungen des Kapitäns und der Besitzer des Schiffes tragen, die an den Rechtsverletzungen, die der russischen Mannschaft zur Last gelegt werden, schuld sein können", sagte Lawrow.

    Zwölf russische Seeleute werden seit knapp zwei Jahren im Gefängnis in Nigeria gehalten. Sie waren auf dem griechischen Öltankschiff "African pride" eingesetzt, das damals unter panamesischer Flagge fuhr. Die nigerianischen Behörden klagen die Seeleute des Rohölschmuggels an.

    Anfangs waren die Russen in einem Militärstützpunkt in Lagos unter leidlichen Bedingungen gehalten worden. Später wurden sie in ein Gefängnis mit strengen Haftbedingungen im Vorort von Lagos übergeführt. Der Anklage wegen Ölschmuggel wurde eine weitere Anklage wegen Schiffentführung beigefügt, die anscheinend vom flüchtigen Schiffsbesitzer, einem Griechen, organisiert worden war.

    Die Anklage fordert eine lebenslängliche Haft für die Seeleute, die ihre Schuld entschieden leugnen.

    Die Gesundheit vieler Besatzungsmitglieder wurde durch den Aufenthalt im nigerianischen Gefängnis ernsthaft geschädigt.

    Am Donnerstag wurde die zuletzt angekündigte Gerichtsverhandlung ohne Erklärung der Gründe auf Oktober verlegt.