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    Pakistan will mit Russland den Drogentransport aus Afghanistan bekämpfen

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    ISLAMABAD‚ 15. Juli (RIA Nowosti). Pakistan setzt sich für die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit mit Russland bei der Drogenbekämpfung ein. Das erklärte der Befehlshaber der pakistanischen Kräfte zur Drogenbekämpfung, Generalmajor Nadim Ahmed, in einem Interview für die RIA Nowosti.

    "In den letzten Jahren haben wir mit unseren russischen Freunden viel zusammengearbeitet. Ihre Spezialisten für Drogenbekämpfung haben Pakistan besucht. Es waren dies führende Amtspersonen, Experten aus dem operativen Bereich und Angehörige der Sicherheitsstrukturen. Wir sind mit diesen Kontakten sehr zufrieden", sagte der Generalmajor.

    "Es wäre nützlich, dass unsere Mitarbeiter ihr Praktikum in Russland und russische Fachleute ihr Praktikum in Pakistan fortsetzen. Dies würde dem Zusammenwirken auf operativer Ebene förderlich sein", meinte Nadim Ahmed.

    "Die an Afghanistan grenzenden Länder sollten eine koordinierte Politik betreiben, um die Ausfuhr afghanischer Narkotika konsequent zu verhindern. Daran müssten sich auch Pakistan, Iran, Turkmenien, Usbekistan, Tadschikistan und die Russische Föderation beteiligen. Obwohl die russischen Grenztruppen aus dieser Region abgezogen werden, wird von Russland der weitere Transport von Narkotika nach Osteuropa aufgehalten", sagte Generalmajor Ahmed.

    "Es ist notwendig, die afghanische Grenze zu schließen, um den Drogenverkehr zu stoppen. Zu diesem Zweck muss durchgesetzt werden, dass das Niveau der für Drogenbekämpfung zuständigen Strukturen in den rund um Afghanistan gelegenen Ländern der Lösung dieser Aufgabe angemessen ist", fügte der Generalmajor hinzu.

    Er bemerkte zugleich, dass der Kampf gegen die Produktion von Narkotika in Afghanistan ein langwieriger und mühseliger Prozess sei.

    "Es sollte nicht mit schnellen Ergebnissen in Afghanistan gerechnet werden. Ich setze meinen Kollegen aus anderen Ländern, die dieses Problem in drei bis vier Jahren zu bewältigen versprechen, immer auseinander, dass dies unmöglich ist. Wenn es gelingen wird, in sieben bis acht Jahren die Opiumproduktion in Afghanistan wesentlich zu reduzieren, wird dies schon ein großer Erfolg sein", sagte der Generalmajor.

    Nach seinen Angaben wurden in der Saison 2003/2004 in Afghanistan 4200 Tonnen Opium hergestellt. Afghanistan bestreitet heute 87 Prozent des illegalen Weltkonsums von Opiaten - von Opium bis zu Heroin.

    Zu den Berichten, denen zufolge sich in Afghanistan ein Rückgang der Mohnproduktion abzeichnet, sagte Ahmed: "Ich möchte dazu aufrufen, bei solchen Einschätzungen möglichst zurückhaltend zu bleiben. Nach unseren Angaben ist dieser Rückgang nicht nur auf die Festigung der Rechtsordnung in Afghanistan, sondern auch auf eine Marktträgheit zurückzuführen. Als ein drastischer Produktionsaufschwung in den vergangenen Jahren begonnen hatte, fielen die Preise und die Einnahmen der Bauern, die Opium anbauten. Damals wurden die Saatflächen von den Mohnproduzenten verringert, um die Preise hochzuhalten."

    Inzwischen gebe es Informationen, so der Generalmajor, dass die Opiumpreise wieder ansteigen.

    Nadim Ahmed bestätigte US-amerikanische Presseberichte, wonach einige Mitglieder der neuen afghanischen Regierung mit Drogenhändlern verbunden seien.

    "Ein Teil der Gouverneure der Provinzen begünstigen Drogenhändler, weitere sind sogar in die Drogenproduktion verwickelt", sagte Nadim Ahmed.

    "Es hat vor mehreren Monaten einen ernsthaften Zwischenfall gegeben, als die bewaffnete Abteilung eines afghanischen Gouverneurs die internationale Grenze überschritt und einen Kilometer weit in pakistanisches Territorium eindrang. Diese Abteilung griff eine Einheit der pakistanischen Kräfte zur Drogenbekämpfung an, die dort eine Operation durchführten. Dabei wurde ein Mensch getötet, vier weitere wurden schwer verletzt", sagte der Generalmajor.

    Auf die Frage, warum die Drogenproduktion nach dem Einzug der internationalen Kräfte sprunghaft angestiegen sei, sagte der Generalmajor: "Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit der internationalen Kräfte standen die Bekämpfung des Terrorismus und die Herstellung der politischen Stabilität in Afghanistan. Das Problem ist folgendes: wenn Sie eine Anti-Terror-Operation durchführen und sich dann mit Fragen der politischen Stabilität befassen, ist es schwer, gleichzeitig eine Operation zur Drogenbekämpfung durchzuführen. Denn Sie brauchen dabei umfassende Unterstützung der Bevölkerung."

    "Mohn wird von einem bedeutenden Teil der afghanischen Bevölkerung angebaut. Von dieser Kultur hängt die Existenz sehr vieler afghanischer Farmer ab. Daher ist zur Bekämpfung der Opiumproduktion eine ausgewogene Politik erforderlich", fügte der Generalmajor hinzu.