23:20 18 Januar 2017
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    Russlands Außenministerium: Moslemische Welt begreift in letzter Zeit die Situation in Tschetschenien besser

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    MOSKAU, 18. Juli (RIA Nowosti). Die moslemische Welt zeigt heute größeres Verständnis für die Situation in Tschetschenien.

     Diese Auffassung vertrat der für die Verbindungen mit der Organisation Islamische Konferenz (OIC) zuständige Mitarbeiter des russischen Außenministeriums, Weniamin Popow, auf einer Pressekonferenz in der RIA Nowosti.

    "Im Prozess der Annäherung an die OIC fingen wir an, unsere Position hinsichtlich Tschetscheniens aktiver zu erläutern. Ich glaube, dass die moslemische Welt jetzt die Motive besser begreift, von denen wir uns leiten lassen", sagte Popow.

    Er gab zu, dass die islamische Welt früher oft Kritik an der Politik der föderalen Behörden in Tschetschenien geübt hat.

    "Beslan wurde zu einer ‚großen Wasserscheide' in Bezug auf das Verhalten der moslemischen Welt zu dieser Frage. Die moslemische Welt versteht, dass dies eine innere Angelegenheit Russlands ist, und ist der Ansicht, dass Russland geholfen werden muss, diesen Konflikt beizulegen", sagte der Diplomat.

    Er erläuterte, dass die moslemischen Länder heute eine schnellstmögliche politische Lösung des tschetschenischen Problems unter Berücksichtigung der Interessen des tschetschenischen Volkes befürworten.

    Die Tragödie in Beslan (Nordkaukasusrepublik Nordossetien) hat sich vom 1. bis 3. September 2004 ereignet. Beim Festhalten zahlreicher Geiseln in einem Schulgebäude durch eine Gruppe von Terroristen und bei der darauffolgenden Erstürmung des Hauses durch Truppen wurden 330 Menschen, darunter 186 Kinder, getötet.

    Popow informierte ferner über den bevorstehenden Arbeitsbesuch des OIC-Generalsekretärs in Moskau. "Wir haben den OIC-Generalsekretär zu einem Arbeitsbesuch nach Moskau eingeladen. Ich glaube, dass wir uns während dieses Besuches über konkrete Projekte für ein Zusammenwirken einigen können", sagte Popow.

    Er verdeutlichte, dass es sich um die Vorbereitung gemeinsamer Druckerzeugnisse und um gemeinsame Maßnahmen und Konferenzen Russlands und der OIC handelt.

    Popow bemerkte, dass der Besuchstermin noch vereinbart werden solle.

    Russland hat einen Beobachterstatus in der OIC. Das wurde am 30. Juni in der Abschlusssitzung der 32. Außenministerkonferenz der OIC-Mitgliedsstaaten in Sanaa (Jemenitische Republik) bekanntgegeben.

    Russland kann kein vollberechtigtes OIC-Mitglied werden, denn es ist kein Staat mit überwiegender moslemischer Bevölkerung und wird nicht von Moslems geleitet.

    Die 1969 gegründete OIC vereint 57 Staaten.