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    Baltische Staaten - kein Grund für gespannte Beziehungen Russlands mit EU und NATO

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    MOSKAU, 19. Juli (RIA Nowosti). Das russische Außenministerium sieht keinen Grund dafür, dass sich die Beziehungen Russlands mit der Europäischen Union und der NATO wegen der baltischen Staaten zuspitzen sollten, erklärte der stellvertretende russische Außenminister, Wladimir Tschischow. "Die Tatsache, dass die baltischen Staaten der Nato angehören, dramatisieren wir nicht. Die Allianz stellt für Russland keine unmittelbare Gefahr dar. Mehr noch, wir sind Partner.  Wir sehen keinen Anlass für eine Zuspitzung der Beziehungen", sagte der stellvertretende Minister am Dienstag zu Journalisten.

    Während die Erweiterung der Europäischen Union, so führte er aus, objektive Prozesse in der Welt reflektiere, so gebe es für die Erweiterung der Nato "politisch keinerlei Anlass".

    Tschischow zufolge begannen nach dem Beitritt der baltischen Länder zur Nato und zur Europäischen Union in bestimmten Kreisen dieser Staaten antirussische Stimmungen die Oberhand zu gewinnen.

    "Bestimmte Kreise in den baltischen Staaten bedienen sich der Mitgliedschaft in der Nato und in der EU, um unter deren Schutzschirm herausfordernd gegenüber Russland zu agieren", sagte der stellvertretende Minister.

    "Ich verstehe, dass es nicht so einfach war, den politischen Kurs abzustecken, als sie (die baltischen Länder) der Nato beitraten, wo der amerikanische Kurs dominiert. Und dann noch die Europäische Union mit ihren Schwerpunkten und Einflüssen", sagte Tschischow. "Rein menschlich empfinde ich Mitgefühl, doch wenn sie sich schon einmal entschlossen haben, dann sollten sie auch nicht lamentieren".

    Der stellvertretende russische Minister unterstrich, dass die Lage der russischsprachigen Minderheiten in den baltischen Ländern in der Tat ein ernsthaftes Problem ist. Dieses Thema steht in den Gesprächen mit der Europäischen Union immer auf der Tagesordnung, teilte Tschischow mit.

    "Zunächst haben unsere europäischen Partner nur ungern davon gesprochen, doch nun hat sich ein Dialog angebahnt, an dem beide Seiten interessiert sind. In der Praxis hat sich wenig geändert, leider. Wir hoffen jedoch, dass der Einfluss gesamteuropäischer Normen eines zivilisierten Verhaltens allmählich auch wohltuend auf Lettland und Estland abfärbt", stellte Tschischow fest.

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