04:59 24 September 2017
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    Staatsanwaltschaft verbietet Adoptionsvermittlung

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    MOSKAU, 19. Juli (RIA Nowosti). Die russische Generalstaatsanwaltschaft will Adoptionsvermittlung verwaltungs- und strafrechtlich verfolgen. Dies erklärte der stellvertretende Generalstaatsanwalt Sergej Fridinski am Dienstag auf einer Pressekonferenz in RIA Nowosti.

    Ihm zufolge habe die Generalstaatsanwaltschaft zahlreiche Rechtsverletzungen bei Adoption russischer Waisenkinder entdeckt. Am meisten wurde die Regelung verletzt, wonach die russischen Adoptiveltern Vorrang von den Ausländern haben. So sei die Anzahl der von Russen adoptierten Kinder seit Anfang der 1990er Jahre von 14.000 auf 7.000 im Jahr gesungen. Zugleich stieg die Zahl der Kinder, die von ausländischen Bürgern adoptiert werden, von 1400 auf 9000.

    In den letzten fünf Jahren wurden insgesamt in Russland mehr als 1.000 Kinder ermordet, nur eins davon von Adoptiveltern. "Von 2000 bis 2005 wurden in Russland laut amtlichen Statistiken 1.080 Kindermorde und 21 Mordversuche begangen", sagte Fridinski. Somit widerlegte er Gerüchte, denen zufolge in Russland in jedem Jahr zwischen 1.000 und 2.000 Kinder durch die Hand ihrer eigenen Eltern sterben würden.

    Die Staatsanwaltschaft habe, so Fridinski, mehrere Fälle von Bezahlung bei der Adoption entdeckt, was gesetzlich verboten sei. Auch gab es Verstöße gegen das Arbeitsgesetzbuch, als die Mitarbeiter der Adoptionsagenturen nicht mit einem Arbeitsvertrag eingestellt wurden, sondern nach mündlicher Vereinbarung tätig waren.

    Am 4. Mai 2005 wurde die Amerikanerin Irma Pavlis wegen vorsätzlicher Tötung ihres Adoptivkindes aus Russland zu 12 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das gab der russischen Generalstaatsanwaltschaft den Anlass, ausländischen Adoptionsfirmen zahlreiche Rechtsverletzungen vorzuwerfen. Anfang Juli wurde in den USA ein weiterer Mord an einem russischen Adoptivkind gemeldet. Die 33-jährige Peggy Sue Hilt aus North Carolina wurde wegen Tötung ihrer 2,5-jährigen Adoptivtochter aus Russland verklagt.