23:20 18 Januar 2017
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    Abgeordnete Lachowa: Ausländer adoptieren faktisch gesunde russische Kinder

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    MOSKAU, 19. Juli (RIA Nowosti). Von den russischen Kindern, die bisher von Ausländern adoptiert wurden, sind nur rund zwei Prozent Behinderte. Das teilte die Vorsitzende des Ausschusses für Frauen, Familie und Kind der Staatsduma (Unterhaus des russischen Parlaments), Jekaterina Lachowa, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in der RIA Nowosti mit.

    Nach ihren Angaben handelt es sich bei etwa 65 Prozent um "gesunde Kinder oder solche, die heilbare Krankheiten, so Rachitis oder Anämie, haben".

    Laut der Abgeordneten hat die Staatsduma im Dezember 2004 die Zeit für die Suche nach Pflege- bzw. Adoptiveltern für Waisenkinder auf dem Territorium der Russischen Föderation verlängert, was "große Besorgnis" der Agenturen hervorrief, die auf die Suche nach russischen Kindern für deren nachfolgende Adoption durch ausländische Bürger spezialisiert sind.

    Jekaterina Lachowa stellte fest, dass es faktisch kein System für eine aktive Suche nach Eltern unter den russischen Bürgern gibt.

    Laut der Abgeordneten hat sich die Zahl der Adoptionen russischer Kinder durch ausländische Bürger im Vergleich zu russischen Familien drastisch erhöht. Im Jahre 2004 wurden rund 9 600 russische Kinder von Ausländern und nur 7 400 von russischen Bürgern adoptiert.

    Wie die Ausschussvorsitzende weiter sagte, hatte eine russische Familie früher nur bei einem recht hohen Einkommen das Recht auf die Adoption von Kindern.

    "Wir haben diese Hindernisse abgeschafft", stellte Jekaterina Lachowa fest. Sie fügte hinzu, dass jeder solche Fall jetzt beim Gericht individuell geprüft wird.

    Laut den Ergebnissen einer Umfrage des Gesamtrussischen Zentrums für öffentliche Meinungsforschung bezeichnete ein Drittel der Befragten (29 Prozent) eine unbefriedigende materielle Lage als Hauptursache für den Verzicht auf die Adoption von Kindern. Mehr als ein Drittel der russischen Bürger (32 Prozent) sind der Meinung, dass sie im Falle einer Erhöhung ihrer Einkommen ein Kind adoptieren könnten.