19:06 20 Januar 2017
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    "Nesawissimaja Gaseta": Föderationszentrum unfähig zur Lösung des Nordkaukasus-Problems

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    MOSKAU, 20. Juli (RIA Nowosti). Die von der "Nesawissimaja Gaseta" befragten Experten äußerten sich in der Mittwochausgabe zur Effektivität von Maßnahmen des Föderationszentrums für die Regelung der Situation im Nordkaukasus und gaben ihre Prognosen für die Entwicklung in dieser Region.

    Dmitri Oreschkin, Direktor der analytischen Gruppe Mercator: Der Komplex von Maßnahmen, die das Föderationszentrum jetzt für die Stabilisierung der Lage im Nordkaukasus unternimmt, reicht nicht aus, um die Situation zu ändern. Das Problem besteht darin, dass Russland den Menschen in Dagestan nicht klar machen kann, dass sie genauso sind wie die anderen, und dass dies ihr Land ist. Die Tatsache, dass das Zentrum nicht nur Geld, sondern auch bewaffnete Kräfte in den Nordkaukasus verlegt, bedeutet, dass die Konzeption der "Tschetschenisierung" Tschetscheniens oder der "Dagestanisierung" Dagestans, die bisher in den Vordergrund gestellt wurde, nun zusammengebrochen ist.

    Juri Netkatschew, Generalleutnant, Ex-Chef der Streitkräfte im Nordkaukasus: Wie auch im gesamten Nordkaukasus gibt es in Dagestan kein einheitliches Sicherheitssystem. Truppen gibt es dort zwar viele, es gibt aber keine vorbeugenden Schläge der Geheimdienste gegen die Terroristenstützpunkte. Außerdem lassen sich die Probleme des Kampfes gegen den Terrorismus nicht mit militärischen Mitteln allein lösen. Man muss Arbeitsplätze für die Bevölkerung der Republik finden, dann würde vielen Menschen der Wunsch vergehen, für die Terroristen zu arbeiten.

    Enwer Kisrijew, Leiter des Kaukasus-Sektors des Zentrums für Zivilisation- und Regionalstudien der Russischen Wissenschaftsakademie: Überlegungen hinsichtlich der Notwendigkeit der Festigung der Südgrenze und die in diesem Zusammenhang getroffenen Beschlüsse über den Bau von zwei Militärstützpunkten in Dagestan und in Karatschajewo-Tscherkessien sind kaum miteinander vereinbar. Diese Militärstützpunkte können mit dem Schutz der Landesgrenzen nichts zu tun haben. Höchstwahrscheinlich ist die Verstärkung der militärischen Präsenz gerade in diesen Republiken damit verbunden, dass dort in letzter Zeit die soziale Unzufriedenheit zunimmt. Offenbar hat der Kreml beschlossen, dass es besser ist, riesige Mittel für einen gewaltsamen Widerstand gegen mögliche rechtswidrige Aktionen der elenden Bevölkerung auszugeben, als die Lösung der akuten Probleme dieser Region anzupacken.

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