11:05 18 Januar 2017
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    Gazeta.ru: Gericht gab Sibneft Aktien frei - einem Sibneft-Verkauf an Gasprom steht nichts mehr im Wege

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    MOSKAU, 21. Juli (RIA Nowosti). Das Gericht des Moskauer Stadtbezirks Basmanny hat am Mittwoch die Sperrung von 14,5 Prozent der Aktien der Ölgesellschaft Sibneft aufgehoben, die vor einem Jahr als Pfand für Schulden der Ölfirma Yukos auf Eis gelegt worden waren. Auf dem Markt wird die Meinung vertreten, dass dieser Beschluss von Sibneft-Chef Roman Abramowitsch lobbyiert wurde, dem nach dem Stand vom gestrigen Mittwoch 57,5 Prozent der Aktien gehörten, berichtet die Internetzeitung Gazeta.ru. Nach Angaben der Zeitung plant Abramowitsch, seine Gesellschaft an den Staatsmonopolisten Gasprom zu verkaufen.

    Yukos war nach einer Fusion der Aktiva in den Besitz der Sibneft-Aktien gekommen, bei der das Unternehmen Yukos im Ausstausch gegen 8,8 Prozent seiner Aktien 34,5 Prozent der Sibneft-Aktien erhielt. Als bei Yukos Probleme auftauchten, starteten die Offshore-Besitzer von Sibneft den Prozess einer gerichtlichen Geschäftsauflösung. Wegen der Sperrung des gesamten Aktienpakets auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft konnten sie aber diesen Prozess nicht bis zu Ende führen.

    Nun ist ein Teil der bisher gesperrten Aktien - 14,5 Prozent - an Sibneft zurückgekommen. Wie Lew Snykow, Analytiker der Investmentgesellschaft FIM Securities, feststellte, sind die restlichen 20 Prozent der Yukos gehörenden Sibneft-Aktien zweifach gesperrt: Zum zweiten Mal wurden sie am 6. Juli dieses Jahres auf Forderung der staatlichen Gesellschaft Rosneft gesperrt. Nach den Worten des Rosneft-Chefs Sergej Bogdantschikow ist das notwendig, um die Rosneft-Klagen zu garantieren, die von Yuganskneftegas (frühere Yukos-Tochtergesellschaft) eingereicht worden sind.

    Dies ist aber nicht mehr als ein offizieller Grund. Alexej Makarkin, stellvertretender Generaldirektor des Zentrums für politische Technologien, ist davon überzeugt, dass der eigentliche Grund der neuerlichen Sperrung des 20-prozentigen Pakets im Kampf zwischen Gasprom und Rosneft um die Kontrolle über Sibneft besteht.

    Gerade in dieser Hinsicht erscheint die Rückgabe der 14,5 Prozent der Aktien an Sibneft interessant: Hätte Rosneft die Kontrolle über dieses Paket bekommen, wäre der Anteil dieses Unternehmens an Sibneft größer als das blockierende Paket geworden. So hätte das Staatsunternehmen das Recht bekommen, die Beschlüsse der Mehrheit im Direktorenrat zu blockieren. Da Gasprom und Rosneft miteinander konkurrierende Kreml-Gruppierungen kontrollieren, hätte diese Entwicklung zu ständigen Konflikten um die Verwaltung der Aktiva geführt.

    "Die Rückgabe der Aktien an die Hauptaktionäre von Sibneft verringert für Sibneft das Risiko, von Staatsunternehmen übernommen zu werden", meinte Lew Snykow.

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