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    Patriarch warnt, den Islam mit Terror gleichzustellen

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    KASAN, 21. Juli (RIA Nowosti). Der Islam predigt keinen Terrorismus, erklärte Patriarch Alexi II. am Donnerstag anlässlich einer Pressekonferenz nach der Einweihung der Mariä-Verkündigungskathedrale in der tatarischen Hauptstadt Kasan.

    "Es ist sehr gefährlich, dass der Begriff ‚islamischer Extremismus' heute all zu geläufig ist. Der Extremismus darf nicht mit einer Religion identifiziert werden, denn keine Religion predigt Extremismus oder Brutalität. Das, was jetzt passiert, hat mit Religion nichts zu tun", sagte das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche.

    "Wenn sich Extremisten als Anhänger des Islam bezeichnen, so bedeutet das nur, dass sie die Religion als Deckmantel verwenden", äußerte der Patriarch. "Der Islam predigt keinen Extremismus. Und wir müssen die Zusammenarbeit der traditionellen religiösen Vereinigungen mit vereinten Kräften festigen", forderte er.

    Die Teilnahme religiöser Würdenträger an gemeinsamen Veranstaltungen müsse als Vorbild für deren Gefolgsleute dienen, sagte Alexi II. "Heute begrüßten wir uns in der Mariä-Verkündigungskathedrale des Kasaner Kremls als Brüder. Ich glaube, das ist ein gutes Beispiel für alle."

    Der tatarische Präsident Mintimer Schaimijew betonte seinerseits, dass die Anschläge vom 7. Juli in London die Spitzenpolitiker vieler Staaten vor die Notwendigkeit gestellt hätten, sich im Kampf gegen den Terror zusammenzuschließen. Schaimijew rief auf, gemeinsam nach den Ursachen des Terrorismus und dessen Anwachsens zu suchen. Er stimmte dem Patriarchen zu, dass die Terroristen den Islam zur Rechtfertigung ihrer Taten missbrauchen.

    Zugleich kritisierte er die Bestrebung "starker Industriestaaten, ihre Lebensweise anderen Ländern aufzuzwingen, die eigene tief verwurzelte Traditionen haben". "Ich glaube nicht, dass Frieden und Stabilität durch Truppeneinsatz und Bombardements erzielt werden können", sagte Schaimijew.

    Er appellierte an die Weltgemeinschaft, die Idee des iranischen Präsidenten Mohammad Khatami von einem Dialog zwischen den Kulturen und Zivilisationen zu unterstützen.

    Ferner rief der tatarische Präsident die junge Generation auf, die Mariä-Verkündigungskathedrale und die Kul Scharif Moschee des Kasaner Kremls als ein Symbol des zwischenreligiösen Einvernehmens zu bewahren.

    "Damit zeigen wir der ganzen Welt ein Beispiel, wie die zwischenreligiöse und zwischennationale Stabilität bewahrt werden muss. Viele Staaten, die heute Probleme haben, sollten die Erfahrungen von Tatarstan auswerten", unterstrich er.

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