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    "Wedomosti": Westliche Fonds investieren in russische Computerspiele

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    MOSKAU, 26. Juli (RIA Nowosti). Westliche Investoren interessieren sich zunehmend für russische Programmierer von Computerspielen. Wie die Geschäftszeitung "Wedomosti" am Dienstag berichtet, kaufen der Venturefonds NORUM (eine Tochter der Europäischen Bank fur Wiederaufbau und Entwicklung) und die russische Investmentgesellschaft Finam ein Kontrollpaket der Gesellschaft Buka (52,9 Prozent). Der deutsche Investmentfonds Quadriga Capital Russia verhandelt über den Kauf der Gesellschaft Akella, während die amerikanische Technologieholding Enerl Group bereits im Frühling ein Kontrollpaket der russischen Firma Nival Interactive erworben hat.

    Wie die Zeitung aus einer diesem Geschäft nahe stehenden Quelle erfuhr, waren die Seiten davon ausgegangen, dass Buka auf 12 Millionen Dollar geschätzt wird. Die Investitionen der neuen Aktionäre sollen der Gesellschaft helfen, auf den Markten Chinas und Indiens Fuß zu fassen, hofft Igor Ustinow, Vorsitzender des Buka-Direktorenrates. Seinen Worten nach hatte die Gesellschaft im vergangenen Jahr ihre Vertretung in China eröffnet. In den nächsten zwei bis drei Jahren will sie mindestens 2,5 Prozent des Marktes dieses Landes kontrollieren, der heute auf 150 bis 200 Millionen Dollar geschätzt wird.

    Der geschäftsführende Direktor des Investment- und Bankressorts von Finam, Sergej Oparin, behauptet, dass Buka bis 2008 der führende Computerspielproduzent in Russland wird, während Finam aus diesem Projekt aussteigen könnte. Der NORUM-Investitionsmanager Alexander Wlassow erwartet, dass der Wert der Gesellschaft Buka in einigen Jahren auf 40 Millionen steigen wird.

    Laut einer Schätzung von Finam und von Ernst & Young, die Buka beraten haben, belief sich der Markt der legal verkauften Computerspiele in Russland (Raubkopien nicht eingeschlossen) 2004 auf 200 Millionen Dollar. Anatoli Subbotin, PR-Manager der Computergesellschaft 1C, schätzte den Umfang der russischen Computerspielbranche auf 210 Millionen Dollar, also um 80 Prozent größer als 2003.

    Der Fonds Quadriga Capital Russia verhandelt derzeit über den Kauf der Aktien des Spielproduzenten Akella. Dabei gehen die Seiten von einer Schätzung der Firma auf 20 Millionen Dollar aus, erfuhr die Zeitung von einem Kenner des Marktes.

    Akella-Vizepräsident Wladimir Kudra stellte fest, dass der russische Computerspielmarkt vor kurzem das Niveau der Industrieländer erreicht habe. Die Einnahmen aus dem Spielverkauf in Russland seien bereits mit denen im Ausland vergleichbar.

    Der geschäftsfuhrende Direktor des Fonds Delta Private Equity Partners, Kirill Dmitrijew, ist der Auffassung, dass die Computerspielbranche in Russland heute aussichtsreicher ist als das Offshore-Programmieren, schreibt das Blatt abschließend.