14:15 24 Januar 2017
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    “Iswestija“: Russland bietet Tour um Mond für 100 Millionen Dollar an

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    MOSKAU, 26. Juli (RIA Nowosti). Die russische Raumfahrtgesellschaft „Energija“ hat der Föderalen Weltraumagentur FKA ein Projekt von Mondflügen für Weltraumtouristen vorgelegt.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Dienstag schreibt, sind bereits die Technik für die Reise gewählt, das ballistische Schema konzipiert und ein Geschäftsplan entworfen. Es bleibt nur, einen Interessenten zu finden, der einen zweiwöchigen Mondflug für 100 Millionen Dollar unternehmen würde.

    Die erste Woche würde der Tourist an Bord der Internationalen Weltraumstation ISS verbringen. Danach würden sich der Flugkommandant und der Tourist mit einer Sojus-TMA-Rakete zum Mond begeben, diese umfliegen und zur Erde zurückkehren. Der Zeitraum für die Herstellung der Technik und die Realisierung des Projekts ab dem Zeitpunkt der Überweisung der Zahlung würde anderthalb bis zwei Jahre betragen.

    Verhandlungen zwischen dem FKA-Chef Anatoli Perminow und dem „Energija“-Präsidenten Nikolai Sewastjanow haben bereits stattgefunden. Der 44-jährige Sewastjanow wurde vor kurzem in dieses Amt gewählt. Die Wahl wurde von Protesten des Kollektivs begleitet, die mit einer angeblich schwachen ingenieurtechnischen Qualifikation Sewastjanows begründet wurden. Nun muss er nach wirkungsvollen Projekten suchen, die seine Anerkennung gewährleisten und die „Energija“-Kasse füllen würden.

    Einzelne Abschnitte einer Mond-Tour wurden bereits mehrmals getestet, zusammen wurden sie aber noch nie realisiert, stellt die Zeitung fest. Der berühmte Kosmonaut Alexej Leonow, der als erster Raumflieger in den freien Weltraum ausstieg und seinerzeit zum Kommandanten einer nicht realisierten sowjetischen Expedition ernannt wurde, die den Mond hätte umfliegen sollen, bewertet das neue Projekt pessimistisch, in erster Linie weil Russland keine Technik für diese Aufgabe hat.

    Ein Flugkommandant hat sich aber bereits freiwillig gemeldet. Das ist Oberst Juri Schargin, der 2004 eine Woche lang an Bord der ISS gearbeitet hat und der erste Raumflieger aus den Reihen der Weltraumstreitkräfte Russlands war. Schargin nahm in der ISS den für einen Touristen vorgesehenen Platz ein, der nicht fliegen konnte.

    Wenn Russland innerhalb einiger Jahre nur zwei Touristen zu einem ISS-Flug zu verführen vermochte, der mit einem geringen Risiko verbunden ist, worauf soll dann die Hoffnung beruhen, dass es Interessenten geben würde, die bereit wären, fünfmal mehr für eine wesentlich riskantere Tour auszugeben, fragt das Blatt. „Das ist erstmalig: Einem Touristen wird eine Route angeboten, welche die Anbieter selbst noch nicht einmal gemeistert haben“, heißt es im „Iswestija“-Beitrag.

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