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    “Kommersant“: Gasleitung aus Iran nach Westeuropa um Russland herum

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    MOSKAU, 26. Juli (RIA Nowosti). Die ukrainische Staatsfirma Naftogas Ukrainy kündigte an, sie wolle sich am Bau einer Transitgasleitung aus Iran nach Westeuropa – wahrscheinlich an Russland vorbei – beteiligen, meldet die Tageszeitung Kommersant.

    Naftogas-Vorstand Alexej Iwtschenko bot dem stellvertretenden iranischen Ölminister Seyed Mohammad Hadi Nejad-Hosseinian zwei mögliche Routen für die Gaspipeline an: Iran - Armenien - Georgien - Russland - Ukraine - Europa und Iran - Armenien - Georgien - Schwarzes Meer - Ukraine - Europa.

    Am vergangenen Sonntag wurde in Teheran ein Memorandum über Zusammenarbeit zwischen dem ukrainischen Brennstoff- und Energieministerium mit dem iranischen Ölministerium signiert. Das Memorandum sieht die Einberufung einer „fünfseitigen Konferenz (also mit Teilnahme Russlands) bis Ende September im Rahmen der Vorbereitungen für die Umsetzung einer Variante des Transits des iranischen Gases sowie die Bildung von Expertengruppen und eine Kompetenzverteilung zwischen den am Projekt beteiligten Firmen“ vor.

    Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hatte vorige Woche erklärt, dieses Projekt sei äußerst wichtig für die Ukraine und „muss schnellstens verwirklicht werden. Nur so können wir die Energielieferungen diversifizieren“.

    Wie gestern aus Gasprom verlautet, habe der russische Gasmonopolist von der ukrainischen Seite kein Angebot erhalten, an der Wahl einer dieser Routen teilzunehmen. Das, obwohl keine dieser Routen ohne eine Zustimmung Gasproms gebaut werden kann, schreibt die Zeitung. Die erste soll nämlich über Russland verlaufen, die zweite - über den Grund des Schwarzen Meeres, wo bereits die russische Gaspipeline „Blauer Strom“ verlegt ist, so dass der Bau einer neuen Gasleitung, die den „Blauen Strom“ überquert, ohne eine Genehmigung Russlands offenbar unmöglich wäre.

    Dennoch erklärte der stellvertretende Brennstoff- und Energieminister der Ukraine, Sergej Titenko, dass die neue Rohrleitung aus dem Iran über Armenien, Georgien, die Ukraine nach Europa gebaut wird, wobei sie auf einer Strecke von 550 Kilometer vom georgischen Hafen Supsa über den Grund des Schwarzen Meeres zur Krim verlegt werden soll. Den Wert des Projekts schätzt das Ministerium auf fünf Milliarden Dollar.

    Moskau sieht in der krampfhaften Suche Kiews nach alternativen Gaslieferanten unter anderem auch den Versuch, den russischen Gasmonopolisten unter Druck zu setzen.

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