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    “Kompanija“: Russlands Vizeregierungschef könnte Luschkow ablösen

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    MOSKAU, 27. Juli (RIA Nowosti). Russlands Vizeregierungschef Alexander Schukow galt noch kürzlich als Hauptanwärter für das Amt des Regierungschefs. Nun verbreiten sich aber in Moskau Gerüchte, denen zufolge der Stellvertreter von Michail Fradkow auf die „short list“ wahrscheinlicher Nachfolger des Moskauer Stadtvaters Juri Luschkow gekommen ist, schreibt das Wochenmagazin „Kompanija“ in seiner jüngsten Ausgabe.

    Die Unerschütterlichkeit der Positionen des Moskauer Oberbürgermeisters Luschkow, der dieses Amt seit 1992 bekleidet und dessen Tätigkeit nicht ganz in die vom Kreml errichtete „Machtvertikale“ hineinpasst, wird bereits seit längerer Zeit angezweifelt. Nach der Abschaffung der Direktwahlen der Chefs der Föderationssubjekte kann Wladimir Putin das Schicksal dieses russischen politischen Schwergewichtlers mit einem Federzug entscheiden. Luschkows Amtszeit geht im Dezember 2007 zu Ende. Der im Frühling begonnene groß angelegte Ausverkauf der Zement- und Bau-Aktiva von Luschkows Gattin Jelena Baturina (der Umsatz der ihr gehörenden Gruppe Inteko - Bauwesen, Finanzen, Petrolchemie, Landwirtschaft, Handel und Lebensmittelindustrie in ganz Russland - wurde von „Forbes“-Experten auf 525 Millionen Dollar geschätzt) verstärkte lediglich die Erwartung einer Personalrevolution in Moskau.

    Der gemäßigt charismatische Alexander Schukow erscheint als ein wesentlich adäquaterer Nachfolger für Luschkow als ein weiterer wenig bekannter Präsidentenkollege vom Lubjanka-Platz. Auch für das Moskauer Establishment ist er kein Fremder: 1999 kam er auf der Föderationsliste des Blocks „Vaterland - Ganz Russland“, der unter direkter Beteiligung der Moskauer Behörden gegründet worden war, in die Staatsduma.

    Sollte Schukow Moskauer Oberbürgermeister werden, würde er die Möglichkeit verlieren, an den Präsidentenwahlen 2008 teilzunehmen. Die Qualitäten, die ihn zu einem optimalen Kandidaten für den Moskauer Stadtvater machen, wären gleichermaßen gefragt, wenn sich der Kreml um einen gemäßigt liberalen Nachfolger für Wladimir Putin bemühen wird. Hinsichtlich des weiteren Voranschreitens zu den Höhen der russischen Macht erscheint das Amt des Regierungschefs besonders vorteilhaft.

    Mit dem Verlust des Titels eines Betreuers der Verwaltungsreform schied aber der Vizepremier aus der Liste der Anwärter auf das Ministerpräsidentenamt aus und damit auch aus der „short list“ für 2008. Offenbar wird Alexander Schukow doch Moskau anvertraut, schreibt das Magazin.

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