09:02 18 Januar 2017
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    Kanada verhandelt mit der UNO über Aufnahme von Flüchtlingen aus Usbekistan

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    MOSKAU, 27. Juli (RIA Nowosti). Offizielle Persönlichkeiten Kanadas führen Verhandlungen mit dem UNO-Flüchtlingshilfswerk über die Möglichkeit, auf ihrem Territorium Flüchtlinge aus Usbekistan aufzunehmen. Das teilte der Sprecher der kanadischen Botschaft in Moskau am Mittwoch mit.

    "Das UNHCR hatte sich an eine Reihe von Ländern, die für die Aufnahme von Flüchtlingen geeignet sind, einschließlich Kanadas, mit der Bitte gewandt, die usbekischen Flüchtlinge, die sich zurzeit in Kirgisien aufhalten, aufzunehmen. Die Verhandlungen gehen weiter", sagte der Diplomat.

    Wie der Chef der UNHCR-Mission in Kirgisien, Carlos Zaccagnini, telefonisch gegenüber der RIA Nowosti mitteilte, werden in den nächsten beiden Tagen etwa 400 usbekische Flüchtlinge aus Dschalal-Abad in die kirgisische Hauptstadt Bischkek gebracht, wo sie in speziell dafür eingerichteten Lagern auf den Abflug in ein drittes Land warten werden.

    Auf die Frage, wohin die Flüchtlinge aus Bischkek gebracht würden, sagte der UNO-Vertreter: "Sie werden auf ihre Umsiedlung in ein drittes Land warten."

    Zaccagnini wollte das Land nicht nennen, wo die Flüchtlinge erwartet werden.

    Wie Reuters bereits früher unter Berufung auf den stellvertretenden Chef des kirgisischen Flughafens "Manas" Nadirbek Mamyrow berichtete, werden rund 400 usbekische Flüchtlinge mit einer von der UNO gecharterten Boeing-747 nach Rumänien geflogen.

    Diese Information wurde in der rumänischen Botschaft in Kasachstan mit Erstaunen aufgenommen.

    "Wir hören zum ersten Mal davon. Wir haben weder Bürgern von Usbekistan noch Bürgern von Kirgisien Visa erteilt", sagte der Berater des rumänischen Botschafters in Alma-Ata, Valeri Stoiko, telefonisch gegenüber der RIA Nowosti.

    Nach Angaben der Agentur "AKIpress" "werden die usbekischen Flüchtlinge über Rumänien in ein drittes Land gebracht". Wie es weiter hieß, werden 451 Flüchtlinge am Donnerstagabend vom Flughafen "Manas" nach Rumänien geflogen.

    Laut der Internet-Seite "Fergana.ru" können die usbekischen Flüchtlinge "wahrscheinlich schon heute" nach Kanada geflogen werden.

    Dem Pressedienst des Menschenrechtsbeauftragten Kirgisiens zufolge "wurden die usbekischen Flüchtlinge am 27. Juli aus dem in der Stadt Susak, Gebiet Dschalal-Abad, gelegenen Flüchtlingslager in unbekannter Richtung weggefahren", berichtet die Agentur "Kabar".

    In der Nacht zum 13. Mai 2005 waren in der usbekischen Stadt Andischan das Gefängnis und eine Reihe von Regierungsgebäuden unter Waffengewalt besetzt worden. Bei dem Angriff wurden zwölf Angehörige der Rechtsschutzorgane getötet sowie 234 Waffen erbeutet. Die Terroristen nahmen insgesamt 70 Geiseln, von denen 14 ermordet wurden.

    Nach Angaben der Rechtsschutzorgane waren in der Stadt 18 Terrorgruppen mit einer Gesamtstärke von 200 Mann aktiv.

    Später wurden nach Andischan Truppen entsandt, die die besetzten Gebäude befreiten. Den usbekischen Behörden zufolge wurden bei den Ereignissen von Andischan 187 Menschen getötet.

    Im Ergebnis operativer Fahndungsmaßnahmen wurden von den Rechtsschutzorganen 105 Personen festgenommen.

    Nach den Ereignissen von Andischan sind rund 500 Personen in Kirgisien eingewandert.

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