05:04 24 September 2017
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    “Nesawissimaja Gaseta“: Putin wahrscheinlich bald ohne strategische Freunde in EU

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    MOSKAU, 28. Juli (RIA Nowosti). Nach dem wahrscheinlichen Rücktritt des Bundeskanzlers Gerhard Schröder im kommenden Herbst könnte die russisch-deutsch-französische „Troika“, die bemüht war, Russland in die gesamteuropäischen Angelegenheiten einzubeziehen, ihre Existenz beenden. Wladimir Putin wird keine strategischen Freunde mehr in der EU haben. Diese Meinung äußert Alexander Rahr, Direktor des Programms Russland/GUS der Deutschen Gesellschaft für auswärtige Angelegenheiten (Berlin), am Donnerstag in der Tageszeitung „Nesawissimaja Gaseta“.

    Es wird klar, warum Putin in letzter Zeit alle Kräfte in die Festigung der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) einsetzt und sich um ein strategisches Bündnis mit China bemüht.

    Die EU ist zu Veränderungen verurteilt. Mit ihren inneren sozialökonomischen Problemen, mit der immer älter werdenden Bevölkerung und dem ausbleibenden Wirtschaftswachstum kann die EU nicht mehr ein Klub der reichen Westeuropäer bleiben, den arme Brüder aus Osteuropa sponsern. Die EU will sich aber auch nicht in sich selbst abschließen. Insofern wird die Last auf alle gleichmäßig verteilt.

    Wo geht Europa hin? Wird das alte transatlantische Bündnis wieder entstehen, wie das die westlichen Eliten möchten? Wird die EU im Transatlantismus aufgelöst und erneut eine treue Stütze der globalen USA-Politik in der monopolaren Welt bei der führenden Rolle Englands und mit Unterstützung der künftigen Regierungen Deutschlands und Frankreichs sein? Eine solche Entwicklung würde den traditionellen Instituten des Westens wie die NATO und die OSZE neue Kräfte verleihen. Dann würden die Ukraine und Georgien nicht mit der EU integrieren müssen, um in den Westen zu kommen. Ein NATO-Beitritt dieser Länder würde durchaus genügen. Dies würde aber Russland noch stärker zu einem Beitritt zu asiatischen Allianzen anspornen, so Rahr.

    Damit verzichtet Europa unverantwortlicherweise auf einen, wenn auch informellen, Zusammenschluss mit Eurasien, das über reiche Naturressourcen verfügt, die der Westen so sehr braucht. Offenbar wird die EU nicht ihre Prinzipien aufopfern. Die strategische Partnerschaft mit Russland wird stärker als bisher durch das Prisma der liberalen Werte angesehen. In seiner heutigen Gestalt ist Russland kein echter Partner für den Westen, stellt der Experte fest.