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    “Trud“: Russland und China beginnen mit Bau eines schwimmenden AKW

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    MOSKAU, 28. Juli (RIA Nowosti). Russland und China haben einen Vertrag mit einem Wert von 86,5 Millionen Dollar über den Bau des ersten schwimmenden Atomkraftwerks der Welt unterzeichnet. Das teilte Wladimir Urywski, stellvertretender Ressortleiter der Föderalen Agentur für Atomenergie, in einem am Donnerstag in der Zeitung „Trud“ veröffentlichten Interview mit.

    Die chinesische Seite wird die Außenhülle des Kraftwerks und die russische den Reaktorblock bauen, führte er weiter aus. Das Atomkraftwerk wird ein neunstöckiges schwimmendes Haus darstellen. Es wird 140 Meter lang und 30 Meter breit sein sowie eine Wasserverdrängung von 21 000 Tonnen haben.

    Das Kraftwerk soll in Sewerodwinsk (Gebiet Archangelsk) stationiert werden. Es wird den Rüstungsbetrieb Sewmasch mit Strom und Heizung versorgen. Die projektierte Leistung beträgt 70 Megawatt und die maximale Wärmeleistung 150 Gigakalorien pro Stunde. Dies würde für eine Stadt mit 200 000 Einwohnern ausreichen. Der Bau soll im nächsten Jahr beginnen und 2011 abgeschlossen werden.

    Wie Urywski weiter ausführte, soll die Amortisationszeit 12 Jahre betragen. Der Bau wird sechs Milliarden Rubel (ein US-Dollar = 28,73 Rubel) kosten. Der Gewinn aus dem Stromvertrieb wird 46 Milliarden Rubel und aus dem Verkauf der Wärmeenergie 61 Milliarden Rubel betragen. Insgesamt soll der Gesamtgewinn während des gesamten Betriebs des AKW über 65 Milliarden Rubel erreichen.

    Im AKW werden ein geschlossener technologischer Zyklus und ein mehrfacher hermetischer Schutz verwendet. Der Reaktorblock hat fünf unabhängige Sicherheitsstufen. Das ist mehr als bei jedem U-Boot oder Eisbrecher. Selbst die ersten stationären AKW hatten einen solchen Schutz nicht. Bei einem Absturz eines Flugzeugs auf den schwimmenden Block wird es nicht zu einem Leck kommen. Die Konstruktion sieht eine 100-prozentige Sicherheitsgarantie vor, betonte Urywski.

    Nach seinen Worten ist im Projekt alles für den Schutz vor einem eventuellen Terrorakt vorgesehen. Schwimmer bzw. beliebige Unterwasserapparate würden in einer weiten Entfernung vom Reaktorblock gestoppt.

    Ein Bedarf an ähnlichen AKW besteht in Sibirien und im Fernen Osten, wo ein Mangel an Energie besteht. Die Leiter der Branche und die Administrationschefs des Autonomen Bezirks Tschukotka und des Gebiets Kamtschatka unterzeichneten bereits Absichtserklärungen über die Herstellung solcher AKW. Außerdem bekunden Kanada, Indonesien, Indien und andere Länder Interesse an diesem Projekt.

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