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    Iran gab die mögliche Wiederaufnahme der Urananreicherung bekannt

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    TEHERAN, 28. Juli (RIA Nowosti). Der Vize-Präsident Irans und Leiter der iranischen Behörde für Atomenergie, Gholam Reza Aghazadeh, teilte mit, dass sein Land die Arbeiten an der Urananreicherung teilweise wieder aufnehmen könnte.

    „Es ist möglich, dass wir im Interesse einer Kräftebalance in den Verhandlungen zwischen Iran und der europäischen Troika (Großbritannien, Frankreich und Deutschland) partiell die zeitweilige Einstellung der Urananreicherung zurücknehmen“, heißt es in einer veröffentlichten Erklärung Aghazadehs vom Donnerstag.

    Er stellte fest, dass Iran das zuvor unterschriebene Zusatzprotokoll zum Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen einhält und freiwillig die Tätigkeit im Atomzentrum von Isfahan (Verarbeitung von uranhaltigen Gesteinen) und in der Atomanlage in Natanz (Zentrifuge für die Urananreicherung) eingestellt hat. Doch die Europäer haben keine einzige effektive Maßnahme ergriffen.

    Darum, so stellte er fest, sei es möglich, dass die wissenschaftlichen Forschungsarbeiten im Atomzentrum Isfahan gemäß Projektplanungen wieder aufgenommen werden. Die Verhandlungen mit den Europäern gehen unterdessen weiter.

    Zuvor hatte die Europäische Union eine Erklärung veröffentlicht, in der es heißt, dass eine Wiederaufnahme der Arbeiten zur Anreicherung von Uran in Isfahan oder Natanz als einseitiger Ausstieg aus dem Moratorium für Urananreicherung gewertet wird und die Weiterleitung des iranischen Atom-Dossiers zur Behandlung im UN-Sicherheitsrat nach sich zieht.

    Nach eingehenden Informationen ist der Entwurf der Europäischen Union unterdessen praktisch fertig gestellt und wird nach dem offiziellen Amtsantritt des neuen iranischen Präsidenten, Mahmud Ahmadi-Nejad, am 3. August vorgelegt.

    Gemäß Projekt verpflichtet sich die Europäische Union zur Unterstützung bei der Produktion von Kernbrennstoffen in iranischen Reaktoren ziviler Bestimmung, die voll und ganz unter der Kontrolle der IAEA stehen.

    Ferner könnte sich die Europäische Union einverstanden erklären, dass europäische Unternehmen am Bau von Kernanlagen zur Stromerzeugung mitwirken.

    Vorgesehen ist ein bedeutender Ausbau der Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und Iran in Politik, Wirtschaft und Handel sowie auf dem Gebiet der Sicherheit. Geplant ist insbesondere, dass die Europäer wieder Zivilflugzeuge an Iran verkaufen. Ferner könnte die Europäische Union mit Iran bei der Gewährleistung der Sicherheit im Persischen Golf, bei der Stabilisierung der Lage in Irak und Afghanistan sowie im Kampf gegen den Terrorismus und gegen den illegalen Drogenhandel kooperieren.

    Iran soll seinerseits das schon unterschriebene Zusatzprotokoll zum Vertrag über die Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen ratifizieren.

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