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    Diplomat: Kanada bereit zur Aufnahme usbekischer Flüchtlinge

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    MOSKAU, 28. Juli (RIA Nowosti). Kanada ist bereit, zeitweilig bis zu 50 Flüchtlinge aus Usbekistan aufzunehmen, die sich jetzt in Kirgisien aufhalten und deren Status als Flüchtlinge vom UNO-Flüchtlingshilfswerk bestimmt wurde. Darüber informierte ein Vertreter der kanadischen Botschaft in Moskau am Donnerstag.

    Er hob besonders hervor, dass „diese Gruppe von Bürgern tatsächlich eine Umsiedlung braucht“.

    In Kirgisien halten sich zurzeit mehr als 400 usbekische Bürger auf, die nach den Ereignissen vom 12. und 13. Mai in Andischan, der größten Stadt des Fergana-Tals mit einer gemischten Bevölkerung, Usbekistan verlassen haben.

    Kanada informierte das UNHCR, dass es die Möglichkeit eines ständigen Aufenthaltes erwägen werde, derzeit aber nicht bereit sei, diese Variante anzubieten, sagte der Vertreter der kanadischen Botschaft.

    Bei der Aufnahme der usbekischen Bürger auf seinem Territorium muss Kanada seinen Bürgern garantieren, „dass diese Personen vom Standpunkt der Sicherheit und der Gesundheit der Bürger Kanadas keine Gefahr darstellen werden“, fügte der Sprecher hinzu.

    „Der Fall eines jeden usbekischen Flüchtlings wird gesondert geprüft“, betonte er.

    „Die usbekischen Flüchtlinge müssen allen Forderungen des Einlasses in das Land entsprechen, ehe die Einreise nach Kanada für sie genehmigt wird“, erläuterte der Mitarbeiter der Botschaft.

    „Kanada verfolgt zurzeit aufmerksam die Entwicklung der Situation und setzt seine Konsultationen mit den Regierungen weiterer Staaten und mit der UNO auf multilateraler Grundlage fort“, fügte der Vertreter der Botschaft hinzu.

    Die usbekischen Behörden fordern, die Flüchtlinge auszuliefern, denen sie verschiedene Verbrechen und die Zugehörigkeit zu extremistischen Organisationen, vor allem zu denen von radikal islamischem Charakter, so zur regionalen Zweigstelle von „Akramiya“ und zu der in Usbekistan verbotenen internationalen „Partei der islamischen Befreiung“ („Hizb-ul-Tahrir al-Islami“), anlasten.

    Nach offiziellen Angaben fielen 187 Menschen den Massenunruhen in Andischan zum Opfer. Bürgerrechtler berichteten dagegen von Hunderten von Toten, darunter auch unter der Zivilbevölkerung.

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