03:05 21 Oktober 2017
SNA Radio
    Politik

    Kirgisien wird vierzehn Flüchtlinge zwangsweise nach Usbekistan zurückführen

    Politik
    Zum Kurzlink
    0 410
    BISCHKEK, 28. Juli (RIA Nowosti). Kirgisien lehnt die Rückführung von 14 der 29 usbekischen Flüchtlinge, die auf Antrag Usbekistans wegen Schwerstverbrechen im Untersuchungsgefängnis der Stadt Osch einsitzen, ab.

    Wie eine Quelle aus der Regierung der Republik mitteilte, verabschiedete der Sicherheitsrat Kirgisiens gestern Abend in einer Sondersitzung den diesbezüglichen Beschluss, nachdem zuvor eine "humanitäre Überführung" von 451 usbekischen Flüchtlingen aus Kirgisien unter UNO-Aufsicht diskutiert worden war.

    Gestern hatte der Missionschef der Vertretung des Hohen Kommissars der UNO für Flüchtlingsfragen, Carlos Zaccagnini, vor Journalisten erklärt, dass alle Bürger, die nach den Vorfällen in Andischan am 12. - 13. Mai aus Usbekistan flüchteten und nach Kirgisien gegangen sind, vom Hohen Kommissar der UNO für Flüchtlingsfragen als Flüchtlinge anerkannt worden sind und in Drittstaaten überführt werden können.

    Zaccagnini brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass 25 Usbeken von den 29 im Untersuchungsgefängnis von Osch einsitzenden Personen zu den übrigen Flüchtlingen gebracht werden, die das Land am Freitag verlassen.

    Doch die Rechtsschutzorgane Usbekistans bestehen nach Angaben, die RIA Nowosti vorliegen, auf der Auslieferung der Flüchtlinge, denen Schwerstverbrechen und die Zugehörigkeit zu extremistischen Organisationen zur Last gelegt wird. So sind drei von ihnen nach usbekischen Angaben in die Ermordung eines Gebietsstaatsanwalts verwickelt.

    Wie aus der Stadt Osch in der Nähe der Grenze zu Usbekistan, wohin sich eine große Gruppe von Flüchtlingen nach der gewaltsamen Niederschlagung der Unruhen in Andischan durch die Rechtsschutzorgane geflüchtet hatte, von einer Quelle zu erfahren war, waren am Donnerstag auf dem Gelände des Untersuchungsgefängnisses Fahrzeuge mit usbekischen Kennzeichen zum Transport von Häftlingen zu sehen.

    Der Generalstaatsanwalt Kirgisiens, Asimbek Beknasarow, hatte zuvor mitgeteilt, dass ein Teil der usbekischen Untersuchungsgefangenen in Osch bei den Massenunruhen in Andischan aus dem dortigen Gefängnis geflüchtet sei.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren