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    Iwanow: Russland übte keinen Druck auf Zentralasien in Bezug auf amerikanische Militärstützpunkte aus

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    PETROPAWLOWSK-KAMTSCHATSKI, 28. Juli (RIA Nowosti). Russland hat keinen Druck auf zentralasiatische Staaten in Bezug auf die US-amerikanischen Militärstützpunkte in der Region ausgeübt. Das sagte Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow am Donnerstag in Petropawlowsk-Kamtschatski. "Diese Staaten hatten (bei einem Gipfeltreffen der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit SOZ in Astana) eine Deklaration unterzeichnet, das war ihre souveräne Entscheidung gewesen", sagte der Minister in einem Journalistengespräch.

    "Russland hat jetzt wenig außenpolitische Verbündete, was gut ist. Die internationale Geschichte führt vor Augen, dass viele Verbündete, wenn ihre Zahl groß ist, in Wirklichkeit Satelliten sind."

    Auf die Lage in Afghanistan eingehend, sagte Iwanow, dass gegenwärtig auf dem Territorium Afghanistans keine Kampfhandlungen geführt und auch keine geplant werden. (Indes rechtfertigt Washington die Präsenz seiner Militärstützpunkte in Zentralasien mit der Notwendigkeit, die Kampfhandlungen in Afghanistan zum Abschluss zu bringen und die innere Situation zu kontrollieren.)

    "Die afghanische Nationalarmee ist gegenwärtig ziemlich schwach. Die Präsenz des internationalen Friedenskontingents ist drastisch eingeschränkt", fuhr Iwanow fort.

    "In Afghanistan werden jetzt keine aktiven Kampfhandlungen geführt. Andererseits muss man zugeben, dass ein großer Teil des Territoriums des Landes von niemandem bis auf die Taliban kontrolliert wird. Im Süden und im Osten Afghanistans kommt es zu einer aktiven Einmischung anderer Länder."

    Der Minister hob ein weiteres Mal hervor, dass Afghanistan nach wie vor eine Gefahrenquelle des internationalen Terrorismus ist. "In mehreren Regionen des Landes brauchen sich die Taliban nicht einmal zu verbergen. Sie werden von niemandem verfolgt", sagte Iwanow.

    Anfang Juli hatten die Mitgliedsländer der SOZ, darunter auch Kirgisien, in der kasachischen Hauptstadt Astana die Frage aufgeworfen, ob es notwendig sei, die Termine für die Präsenz der amerikanischen Militärstützpunkte in Zentralasien festzulegen, "weil sich die Situation in Afghanistan geändert hat".

    Aber diese Idee blieb auf dem Papier. Beim jüngsten Besuch von US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in Kirgisien wurde der Status-quo bekräftigt: Der amerikanische Stützpunkt mit 1000 Mann Personal bleibe so lange auf dem Gelände des internationalen Flughafens Manas, wie es Washington für nötig halte. Jährlich überweist Washington Kirgisien 15 Millionen Dollar für die Nutzung des Flughafengeländes.

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