03:11 21 Oktober 2017
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    “Nesawissimaja Gaseta“: Brzezinski prognostiziert Probleme für Russland

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    MOSKAU, 29. Juli (RIA Nowosti). In den USA verbreitet sich die Enttäuschung über die Tendenz, die Russland von der Demokratie wegführt. Das stellte Zbigniew Brzezinski, namhafter Politologe, Diplomat und früherer Sicherheitsberater des USA-Präsidenten, in einem am Freitag in der „Nesawissimaja Gaseta“ veröffentlichten Interview fest. Der entstehende Personenkult bremst die Umwandlung Russlands in ein modernes führendes demokratisches europäisches Land. Die Chancen dafür, dass das einsame Russland einmal seinen Osten verliert, nehmen zu.

    Nach dem heutigen Stand habe Amerika als die einzige Supermacht dominierende Positionen in der Welt, es sei aber nicht allmächtig, so Brzezinski. Europa erhebe sich langsam und wird voraussichtlich hinsichtlich des globalen Einflusses das zweitstärkste sein, gefolgt von China und Japan und danach eventuell von Russland bzw. Indien.

    Ob Russlands Einfluss in den nächsten 15 Jahren steigen oder nachlassen wird, hänge davon ab, wie stark es mit Europa verbunden sein wird. Dies hängt wiederum davon ab, ob Russland eine Demokratie und in der Lage sein werde, seine Probleme im Kaukasus mit zivilisierten Mitteln zu regeln und ob es nicht länger bei seinen Nachbarn Feindseligkeit und Angst hervorrufen werde, so Brzezinski.

    Auf das Problem des Terrorismus eingehend, verwies der Politologe darauf, dass in der heutigen Welt das Risiko eines Zivilisationskonflikts mit dem Islam bestehe. Insofern sei es so wichtig, mit gemäßigten moslemischen Führungspolitikern zusammenzuarbeiten, statt diese abzustoßen und sich diesen entgegenzusetzen. Gerade der Mord am gemäßigten Spitzenpolitiker wie Itschkerias Präsident Aslan Maschadow hat nach seiner Auffassung dazu geführt, dass die Terroristen im tschetschenischen nationalen Befreiungskampf jetzt stärker dominieren, während sich der Terrorismus nun über den gesamten Kaukasus verbreitet.

    Während aber das Tschetschenien-Problem spezifisch russisch sei, habe der Krieg in Irak nicht nur dieses Land, sondern auch die angrenzenden moslemischen Länder in einen Brutkasten antiamerikanischer, antibritischer, antiisraelischer usw. Terroristen verwandelt, betonte er.

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