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    Experte: Schwarzmeerflotte muss nach Russland verlegt werden

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    MOSKAU, 29. Juli (RIA Nowosti). Moskau bereitet zwar neue Stützpunkte an der Schwarzmeerküste vor, eine prinzipielle Entscheidung über die Verlegung aller Schiffe der Schwarzmeerflotte, die im ukrainischen Sewastopol stationiert wird, ist aber noch nicht getroffen. Nach Ansicht von Militärexperten könnte diese Haltung der Seesicherheit Russlands schaden, schreibt die Wochenzeitung „Wojenno-promyschlenny Kurjer“ (Kurier der Militärindustrie).

    Admiral Eduard Baltin, früherer Chef der Schwarzmeerflotte, ist der Auffassung, dass bereits jetzt eine neue gründliche und umfassende Infrastruktur für die russischen Schiffe in der Region Krasnodar aufgebaut werden müsste. Man sollte nicht darauf hoffen, dass es gelingen würde, die Flotte im Jahre 2017, wenn die Pachtfrist des Stützpunkts in Sewastopol abläuft, auf der Krim zu belassen bzw. nach Noworossisk abzuziehen, wo derzeit an einem neuen Marinestützpunkt gebaut wird.

    „In Noworossisk darf man aus Witterungsbedingungen nichts bauen, höchstens einen Stationierungspunkt“, so der Admiral. „Der Raum von Tuapse ist überhaupt ein Kurort, dort gibt es kein Territorium für die Infrastruktur der Flotte“. Der Bau eines neuen Stützpunkts wäre im Raum von Soljonyje Osjora („Salzseen“) in der Nähe von Anapa zweckmäßig. Dies sei ein überaus kostspieliges Projekt, einen anderen Ausweg gebe es aber nach seiner Ansicht nicht.

    Bereits jetzt hänge die Schwarzmeerflotte völlig von der Ukraine ab. „In Sewastopol haben wir keine Kontrolle über den Luftraum sowie über die Überwasser- und Unterwasser-Situation“, so Baltin. „Die Flotte ist bei ihrer Tätigkeit an Händen und Füßen gebunden. Dies ist mehr eine politische als eine militärische Präsenz.“

    Das weitere Schicksal der Schwarzmeerflotte bleibt insofern vorerst ungewiss. Die Ukraine, die in die NATO will, hat nicht vor, den Pachtvertrag für Sewastopol nach 2017 zu verlängern, während Russland irgendwie willenlos nach neuen Ersatzstationierungspunkten sucht. Problematisch bleiben Fragen der Seegrenzen zwischen der Ukraine und Russland (die Straße von Kertsch). All das zeugt von einer angespannten Situation und möglichen geopolitischen Verlusten für Russland, stellt das Blatt abschließend fest.

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