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    Experten: Jeder dritte Rüstungsbetrieb in Russland ist bankrott

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    MOSKAU, 29. Juli (RIA Nowosti). Jeder dritte Rüstungsbetrieb in Russland ist faktisch bankrott. Zu diesem Schluss gelangten Experten aus dem Departement für Rüstungsindustrie des russischen Industrie- und Energieministeriums nach einer Analyse der Umsetzung des staatlichen Rüstungsprogramms für 2002 bis 2006, schreibt die Wochenschrift „Nesawissimoje wojennoje obosrenije“ („Unabhängige Militär-Revue“) am Freitag.

    Analytiker rechnen in den nächsten Jahren „mit einem Rückgang der Einnahmen aus dem Export von Rüstungen und Kriegstechnik und mit einem Verlust der Absatzmärkte, weil der wissenschaftlich-technische Vorlauf beinahe erschöpft ist“, heißt es in einem Bericht des Departements. Demnach sind mehr als 50 Prozent der einmaligen Technologien, auf deren Grundlage die wichtigsten Waffentypen hergestellt werden, entweder eingebüsst worden oder sie seien überholt.

    Der Zustand vieler Rüstungsunternehmen sei in vieler Hinsicht unbefriedigend. Mehr als die Hälfte der Werkzeugmaschinen der meisten von ihnen ist zu 100 Prozent verschlissen. Das Realeinkommen vieler Unternehmen liege bei nur 0,03 Prozent. Das genügt nicht, um die Produktion zu entwickeln.

    Noch schlimmer sei es um das Personal bestellt. Das durchschnittliche Alter der Mitarbeiter der Rüstungsbranche betrage heutzutage 54 Jahre. Bei den Forschungsinstituten, die ebenfalls mit der Rüstungsindustrie verbunden sind, sogar 57 Jahre. 90 Prozent ihrer Mitarbeiter sind über 50 Jahre alt.

    Die Verschlechterung der Situation in der Rüstungsindustrie führen die Experten auf die Unterfinanzierung der Rüstungsaufträge zurück. So hatten Verteidigungsbetriebe in den Jahren 2003 und 2004 Zahlungsausfälle in Höhe von 14,4 bzw. 30,2 Prozent, 2005 bleiben voraussichtlich 31,6 Prozent der Finanzierung aus.

    Im Bericht wird darauf verwiesen, dass die russische Rüstungsindustrie in solchen Bereichen wie Flugzeugbau, Schiffbau, Produktion von Nachrichtenmitteln, medizinischer Technik und High-Tech-Anlagen für den Brennstoff- und Energiesektor hinter ihren Konkurrenzen auf dem Weltmarkt zurückbleibt.

    Heutzutage beläuft sich die Finanzierung der Rüstungsindustrie auf 2,83 Milliarden Rubel (ein US-Dollar entspricht 28,68 Rubel) im Jahr. Für das nächste Jahr ist eine winzige Aufstockung um nur noch 50 Millionen Rubel geplant. Diese Summe reiche laut Experten nicht einmal aus, um den Inflationsverlust auszugleichen.