01:46 17 Januar 2017
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    Parlamentarier: Die Ausstrahlung des Bassajew-Interviews ist ein unfreundlicher Akt gegenüber Russland

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    MOSKAU, 29. Juli (RIA Nowosti). Das Ausstrahlen des Interviews des tschetschenischen Terroristenführers Schamil Bassajew vom US-amerikanischen Fernsehen wird von der Parlamentskommission für die Untersuchung der Ursachen und Umstände des Terroraktes von Beslan als ein unfreundlicher Akt gegenüber Russland bewertet. Das betonte der Chef der Kommission und stellvertretende Vorsitzende des Föderationsrates (Oberhaus des russischen Parlaments) Alexander Torschin gegenüber der RIA Nowosti.

    Die Ausstrahlung des Interviews sei auch eine Erscheinungsform der Politik doppelter Standards, fuhr der Parlamentarier fort.

    Torschin bemerkte ferner, es sei nicht das erste Mal, dass USA-Bürger eine solche Politik betrieben. "So haben amerikanische Journalisten erst im Januar 2005 unserer Kommission die für uns überaus wichtige Kassette mit der Aufzeichnung des Geschehens in der Schule von Beslan übergeben", erinnerte er.

    Das Geiseldrama in der Schule der nordossetischen Stadt Beslan dauerte vom 1. bis 3. September 2004. Als Folge wurden 330 Menschen, darunter 186 Kinder, getötet.

    Torschin teilte ferner mit, dass die Parlamentskommission demnächst eine Anfrage an den Journalisten Andrej Babizki richten wird, der im Interview Bassajews für eine USA-Fernsehgesellschaft nach einigen Angaben auch den Terrorakt in Beslan zur Sprache gebrachte habe.

    "Die Kommission hat Babizki bereits ein Gespräch vorgeschlagen, aber er kam diesem Vorschlag nicht nach", sagte Torschin.

    Die gleiche Position nimmt der Chef der Fraktion "Rodina" in der Staatsduma (Parlamentsunterhaus), Dmitri Rogosin, ein.

    "Russland kann mit gutem Recht eine Vernehmung der Journalisten fordern, denen das Interview gewährt wurde", sagte Rogosin gegenüber der RIA Nowosti.

    Rogosin schloss nicht aus, dass während der Vernehmung der Journalisten Fakten der Zusammenarbeit ausländischer Organisationen mit Bassajew aufgedeckt werden könnten.

    Rogosin ist der Ansicht, dass die Ausstrahlung des Interviews Bassajews "eine harte Reaktion von Seiten Russlands erfordert".