00:15 25 Januar 2017
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    Premier Markarjan: Armenien plant Bau weiterer Atomenergieblöcke

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    JEREWAN, 29. Juli (RIA Nowosti). Die armenische Regierung betrachtet den Bau neuer Atomenergieblöcke als eine strategische Aufgabe des Landes bei der Erhaltung und der Festigung der Energiesicherheit und der Energieunabhängigkeit. Das erklärte der Premier von Armenien, Andranik Markarjan, bei einem Treffen mit dem Generaldirektor der Internationalen Agentur für Atomenergie (IAEA), Mohammad El-Baradei, der in Jerewan weilt.

    Wie beim Apparat der armenischen Regierung gegenüber RIA Nowosti verlautete, habe El-Baradei erklärt, dass die IAEA Armenien bei der technisch-ökonomischen Begründung der Bauarbeiten für ein neues AKW unterstützen könnte.

    Der IAEA-Chef verwies auf ernsthafte Fortschritte bei der Gewährleistung der Sicherheit des Armenischen AKW und sagte, dass noch vieles geleistet werden müsse. Nach seiner Meinung würde die Ausarbeitung eines systematisierten Programms aller bevorstehenden Maßnahmen unter Angabe der Fristen und Finanzmittel die Arbeit der Geber vereinfachen.

    Markarjan hob das Festhalten Armeniens an der Nutzung von Atomenergie nur für friedliche Zwecke und an der Politik der Nichtweiterverbreitung von Nuklearwaffen hervor.

    Das Armenische AKW wurde 1980 in Betrieb genommen und im März 1989 aus politischen Gründen stillgelegt. Im November 1995 wurde die Energieanlage wegen einer schweren Energiekrise in der Republik wieder in Betrieb gesetzt.

    Mit einem russischen Wasser-Wasser-Reaktor WWER-440 der ersten Generation ausgerüstet, bestreitet der zweite Block des Kraftwerkes im Durchschnitt 30 bis 40 Prozent der gesamten Elektroenergieerzeugung Armeniens. Nach Expertenschätzungen kann das Atomkraftwerk bis zum Jahr 2016 betrieben werden.

    Im September 2003 wurde das AKW der Geschlossenen Aktiengesellschaft "INTER RAO EES", einer Tochterstruktur des russischen Elektrizitätsmonopolisten "EES Rossii" und des Konzerns "Rosenergoatom", zur treuhänderischen Verwaltung überantwortet.

    Die Europäische Union besteht auf der Konservierung des AKW und ist bereit, für diesen Zweck 100 Millionen Euro bereitzustellen. Doch nach Schätzungen armenischer Experten wäre für die Schaffung alternativer Energiekapazitäten in dieser Gebirgsrepublik nahezu eine Milliarde Euro erforderlich.