11:04 18 Januar 2017
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    Iwanow: Russland wird Südkurileninseln nicht an Japan abtreten

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    ITURUP, 29. Juli (RIA Nowosti). Russland beabsichtigt nicht, territoriale Zugeständnisse in der Frage der Zugehörigkeit der vier Südkurileninseln zu machen, ist aber bereit, weitere Verhandlungen mit Japan zu diesem Problem zu führen.

    Das erklärte Russlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow, der sich gegenwärtig auf der Südkurileninsel Iturup befindet, am Freitag vor Journalisten.

    "Wir werden keine territorialen Zugeständnisse machen und sind nicht gewillt zu gehen. Dieses allen bekannte Problem ist recht alt. Wir sind zu diplomatischen Verhandlungen bereit. Wir führen sie seit 50 oder 60 Jahren und sind auch bereit, sie auch weiter konkret und auf der Grundlage der gegenseitigen Achtung zu führen", betonte der Minister.

    Russland sei nach seinen Worten an der weiteren Entwicklung der Beziehungen zu Japan interessiert. "Ich denke, dass auch Japan an der Förderung der Kontakte mit Russland interessiert ist. Aber der Weg von Ultimaten und harten Bedingungen ist aussichtslos. Es kommt darauf an, normale menschliche Beziehungen aufzubauen."

    In diesem Zusammenhang betonte Iwanow ein weiteres Mal, dass das russische Verteidigungsministerium keine Pläne hat, das Militärpersonal auf den Südkurileninseln abzubauen. Aber auch für die Aufstockung der Truppengruppierung gebe es keine Pläne. "Die gegenwärtige Personalstärke ist optimal", sagte Iwanow und sprach sich für die Erhöhung der Qualität der Gruppierung auf den Südkurilen aus. Es handle sich um die Umrüstung und um die Nutzung modernerer technischer Mittel, betonte der russische Verteidigungsminister.

    Japan fordert von Russland die Rückgabe der Südkurileninseln Iturup, Kunaschir und Schikotan wie auch die Inseln der Kleinen Kurilen-Kette, die in Japan als "nördliche Territorien" bekannt sind. Seine Forderung begründet Tokio damit, dass diese Inseln zum Abschluss des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 von der damaligen Sowjetunion besetzt wurden.

    Russland erkennt das Vorhandensein des Territorialproblems mit Japan an, lehnt zugleich die ultimativen Forderungen nach der Rückgabe der vier Inseln ab. Moskau schlägt Tokio vor, den Territorialstreit auf der Grundlage der entsprechenden Deklaration von 1956 beizulegen, nach der Russland als Geste des guten Willens zwei Südkurileninseln abtreten könnte, nachdem ein politischer Vertrag über die Freundschaft zwischen den beiden Ländern geschlossen worden ist.

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